Für die Kernenergie: Nuklearia demonstriert an den süddeutschen Kernkraftwerken

Nach den SaveGER6-Demonstrationen an den norddeutschen Kernkraftwerksstandorten setzt der Verein »Nuklearia« seine Demonstrationen nun im Süden fort. Am kommenden Wochenende sind die bayrischen Kernkraftwerke Isar und Gundremmingen dran. Ziel ist es, die deutschen Kernkraftwerke (GER6) auch weiterhin zu betreiben und dadurch den Ausstoß großer Mengen CO₂ zu vermeiden.

Ablauf der Demonstrationen

Die Demonstration am Samstag, 19. September, findet von 14–16 Uhr in Niederaichbach vor Tor 13 des Kernkraftwerks Isar statt. Parkmöglichkeiten bestehen im ca. 1 km entfernten Niederaichbach. Da in Bayern aufgrund der Coronakrise nur ortsfeste Demonstrationen erlaubt sind, kommt jeder »privat« zum Versammlungsort. Ursprünglich wollte die Nuklearia einen Demonstrationszug von Niederaichbach zum Kernkraftwerk durchführen.

Als Redner sind vorgesehen:

  • Dr. Anna Veronika Wendland, Nuklearia-Vorstand und Mitautorin des Moormann-Wendland-Memorandums
  • Dr. Björn Peters, Unternehmens- und Politikberater
  • Dr. Markus Vester, Elektrotechnik-Ingenieur
  • Noah Jakob Rettberg, Student
  • Simeon Preuß, Physiklehrer und Videoblogger

Die Demonstration am Sonntag, 20. September, findet von 14–16 Uhr in Gundremmingen ortsfest auf Parkplatz P3 des Kernkraftwerks statt. Dort sind genügend Parkmöglichkeiten vorhanden. Aufgrund der Coronakrise sind in Bayern derzeit keine Demonstrationszüge zulässig.

Als Redner sind vorgesehen:

  • Dr. Björn Peters, Unternehmens- und Politikberater
  • Britta Augustin, Mutter
  • Jan-Christian Lewitz, Physiker
  • Dr. Markus Vester, Elektrotechnik-Ingenieur
  • Noah Jakob Rettberg, Student
  • Simeon Preuß, Physiklehrer und Videoblogger

Am 4. Oktober 2020 bildet eine Demonstration am Kernkraftwerk Neckarwestheim den Abschluss der Reihe.

Worum geht es?

Statt der Kernkraftwerke sollten 60 Prozent der Braunkohlekraftwerke stillgelegt werden, fordert der Verein Nuklearia. »Dadurch könnten wir jedes Jahr 50 bis 75 Millionen Tonnen CO₂ vermeiden«, erläutert Nuklearia-Vorsitzender Rainer Klute. Seiner Ansicht nach solle die Bundesregierung schleunigst eine Änderung des Atomgesetzes in die Wege leiten. »Paragraph 7 schreibt Abschalttermine für die Kernkraftwerke fest. Das muss raus!«, fordert der 59-jährige Informatiker. Gleichzeitig solle die Bundesregierung die Voraussetzungen für einen Betrieb der Anlagen in Staatsregie schaffen. »Die jetzigen Betreiber wollen ja nicht mehr«, so Klute. »Zum Erreichen der deutschen und europäischen Klimaziele sind die Kernkraftwerke aber zwingend notwendig.«

Atomkritiker spricht sich für Kernenergie aus

Ähnlich sieht es Dr. Rainer Moormann. Der 70-jährige Wissenschaftler und Atomkritiker war am vergangenen Sonntag überraschend auf der Nuklearia-Demonstration im niedersächsischen Emmerthal aufgetaucht. In seiner Ansprache vor dem Kernkraftwerk Grohnde äußerte er sich verwundert darüber, dass Energiewende-Befürworter die Frage nach den großen Stromspeichern noch immer nicht beantworten können. Großspeicher sollen die Überschussproduktion aus Windkraft und Solar aufnehmen, um eine CO₂-freie Stromversorgung auch dann zu gewährleisten, wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht. Diese Speicher gibt es aber noch nicht, und nach aktuellem Planungsstand wird es sie auch in den kommenden Jahren nicht geben. Ohne die Kernenergie müssten dann aber CO₂-intensive Kohle- und Gaskraftwerke die Lücken füllen. »Ich hatte nicht erwartet, dass die Energiewende auf derart schwachen Füßen steht«, so Moormann verblüfft.

Gegen die Kernenergie hat der Atomkritiker noch immer Vorbehalte. Doch im Vergleich zu den Risiken des Klimawandels hält Rainer Moormann die Risiken der Atomkraft für tragbar. Das schließe auch die Risiken durch den Atommüll ein.

Weltweite Aktionen

Die Demonstrationen der Nuklearia in Deutschland sind Teil der weltweiten Initiative »Stand up for nuclear« der Nuclear Pride Coalition, einem informellen Zusammenschluss pro-nuklearer Einzelpersonen und Graswurzelgruppen. Im Rahmen von »Stand up for nuclear« finden im September zahlreiche Pro-Kernkraft-Aktionen in vielen Ländern statt.

Infos und Fotos

Sämtliche Informationen zu allen Demonstrationen sind online unter https://nuklearia.de/saveger6 verfügbar, inkl. Fotos der bisherigen Demos. Dort ist auch das Hygienekonzept des Nuklearia e. V. zu finden, an das sich die Teilnehmer während der Demonstrationen zu halten haben.

Über die Nuklearia

Nuklearia

Der Nuklearia e.V. ist ein gemeinnütziger, industrie- und parteiunabhängiger Verein zur Förderung der Kernenergie. Wir sehen in der Kernenergie eine wesentliche Säule der Energieversorgung. Fortschrittliche Reaktoren arbeiten sicher, sauber und nachhaltig. Atommüll lässt sich in Schnellen Reaktoren als Brennstoff nutzen.

Anders als erneuerbare Energien steht Kernenergie jederzeit in ausreichender Menge zur Verfügung und verbraucht keine großen Landflächen. Im Unterschied zu Kohle oder Gas ist Kernenergie CO2-arm und vermeidet Luftverschmutzung.

Kenntnisse über Kernenergie sind in Deutschland rar geworden. Das wollen wir ändern.

Ein Gedanke zu „Für die Kernenergie: Nuklearia demonstriert an den süddeutschen Kernkraftwerken

  1. Hallo, ich finde es gut, dass sich Nuklaeria um den Weiterbetrieb der 6 verbleibenden Kernkraftwerke bemüht. Kernkraftwerke leisten einen wichtigen Beitrag zur CO2 Reduzierung. Dies wird fast überall auf der Welt anerkannt nur nicht in Deutschland. In der Tat muss darüber hinaus über den Bau neuer Kernkraftwerke
    ernsthaft nachgedacht werden, denn diese können die Grundlast gewährleisten und so die Versorgungssicherheit sicherstellen. Als neue Typen müssen m.E. Kugelbett-reaktoren favorisiert werden. Kugelbettreaktoren haben 2 wichtige Vorteile:
    Erstens gibt es bei ihnen keine Kernschmelze, weil sie einen negativen Temperatur-
    Koeffizienten haben (d.h. die Reaktortemperatur steigt bis zu einem Höchwert an, fällt dann aber wieder ab; Kernschmelze ist ausgeschlossen), zweitens können damit radioaktive Abfälle zusammen mit neuem Brennstoff genutzt werden, so dass viel weniger Atommüll entsorgt werden muss.

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