Maxenergy stellt Atomstrom-Tarif ein

Der Augsburger Stromanbieter Maxenergy gibt seinen Tarif Maxatomstrom auf. Wer auch künftig umweltfreundlichen Strom aus Kernenergie nutzen möchte, kann in den Kernstrom-Tarif von Enermy wechseln. Nuklearia-Mitglieder erhalten eine Gutschrift. Weiterlesen

Steigende Emissionen: Deutschlands schmutziger Krieg gegen die Kernenergie

Gastbeitrag von Michael Shellenberger

In den letzten Jahren ist der Ruf Deutschlands als Vorreiter in Sachen Umweltschutz arg unter die Räder gekommen. Die Emissionen gingen nicht zurück, sondern stagnierten. Der Grund: Deutschland ersetzt Kernenergie durch fossile Brennstoffe. Erst kürzlich wurden der Hambacher Forst, der Ort Immerath und der Immerather Dom einem Braunkohle-Tagebau geopfert. Als einer der europäischen Staaten, die besonders stark von Kohle abhängen, exportiert Deutschland toxische Luftverschmutzung in seine Nachbarländer.

Deutschland ist fest im Griff einer tief romantischen Staatsideologie und hat sich nun ohne Rücksicht auf Folgeschäden für die Umwelt auf die Fahnen geschrieben, Kernkraftwerke in ganz Europa zu beseitigen. »Deutschland hat sich für den Atomausstieg entschieden«, sagte die neue Umweltministerin Svenja Schulze vor ihrem Besuch in Belgien im vergangenen Mai. »Es wäre wünschenswert, wenn unsere Nachbarstaaten alte Anlagen ebenfalls vom Netz nehmen würden.«

Das ist noch zurückhaltend formuliert. In Wirklichkeit will Deutschland Druck auf die übrigen Länder ausüben, damit diese ebenfalls ihre Kernkraftwerke stilllegen und aus der Kernenergie aussteigen, selbst wenn dies möglicherweise hohe Kosten für Mensch und Umwelt bedeuten würde. Wie funktioniert das? Durch Schüren von Ängsten vor ausländischen Kernkraftwerken, durch die Drohung, deutsche Kernbrennstofflieferungen an angeblich gefährliche belgische und französische Kernkraftwerke zu unterbinden, durch den Vorschlag, den Euratom-Vertrag von 1957 abzuändern, um die staatliche Unterstützung für Kernenergie zu verringern.

Ob diese Maßnahmen direkte Auswirkungen haben oder nicht – beispielsweise können die meisten Kernkraftwerke Brennstoff auch von anderen Anbietern beziehen –, sie üben Druck auf die Staaten mit Kernkraftwerken aus, sich den Forderungen Deutschlands zu beugen, der größten wirtschaftlichen und politischen Macht in Europa. Sie sollen aus der Kernenergie aus- und in erneuerbare Energien einsteigen, auch wenn das zu einer höheren Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen führt.

Nun sind, unabhängig von der deutschen Anti-Atom-Kampagne, die spanischen Kernkraftwerke gefährdet. Anfang Juni sagte Teresa Ribera, die neue spanische Ministerin für »ökologischen Wandel«, sie werde versuchen, die Kernkraftwerke ihres Landes zu schließen. Eine wirkliche Begründung dafür lieferte Ribera nicht. Sie sagte lediglich, Kernkraftwerke hätten »keine Zukunft« und ergäben »keinen Sinn mehr«. Spanien könne seine Kern- und Kohlekraftwerke leicht durch Wind- und Solarenergie ersetzen, meinte Ribera.

Im wirklichen Leben sieht das allerdings anders aus. Überall, wo Kernkraftwerke stillgelegt werden, treten vor allem Kohle, Erdgas und Öl an ihre Stelle. Das hat einen sehr einfachen Grund: Sonne und Wind liefern nur unzuverlässig Strom und können eine moderne, hochentwickelte Industriegesellschaft nicht versorgen.

In Frankreich ist der Anteil sauberer Stromerzeugung doppelt so hoch wie in Deutschland.

Wenn die Deutschen die Stilllegung der belgischen Kernkraftwerke schaffen, dann werden sie ihre Kampagne auch nach Frankreich und in den Rest Europas tragen. Das Ergebnis wäre fatal: Europa wäre auf Jahrzehnte hinaus auf fossile Brennstoffe festgelegt.

In Frankreich, Belgien und Spanien sitzen inzwischen junge Staatschefs der Generation X an den Hebeln der Macht. Was brauchen sie, um sich für Vernunft und Fortschritt einzusetzen, für die Werte der Aufklärung in Wissenschaft und Forschung?

Führende Klima- und Umweltwissenschaftler drängen auf Erhalt und Ausbau der Kernenergie in Europa. Können sie die Regierungschefs dazu bewegen, das Richtige und Mutige zu tun?

Oder steuert Europa – getrieben durch eine fundamentalistisch-irrationale und wissenschaftsfeindliche deutsche Ideologie – auf eine dunkle Epoche zu, in der Energie schmutzig und teuer ist?

Wie die Anti-Atom-Ideologie die Angst als Waffe einsetzt

Deutsche Kommunalpolitiker führen die Front derer an, die die Angst schüren. Angst vor dem, was wissenschaftliche Studien als die sicherste Art und Weise bezeichnen, zuverlässig Strom zu erzeugen.

Helmut Etschenberg, Chef des Städteregionsrat in Aachen, behauptete kürzlich, es gehe ihm nicht um Panikmache. Doch in der Eingangshalle seiner Behörde werden Fotos mit deformierten Tieren und missgebildeten Kindern gezeigt, angeblich Strahlenfolgen nach dem Tschernobyl-Unglück – eine Behauptung, die führende Strahlungsbiologen entschieden zurückweisen.

Deutschlands Kohlestrom: In Nachbarländern führt er zu Luftverschmutzung und vorzeitigen Todesfällen

»Liebster, es ist passiert: Tihange ist hochgegangen«, heißt es auf einem Plakat, das neben der Galerie deformierter Tiere hängt. »Hier in Aachen Chaos, überall Sirenen, die Netze brechen zusammen (…) Ich hab solche Angst!«

Also doch Panikmache! Nicht wenige Einwohner Aachens fürchten sich dadurch vor Risiken, die die meisten Experten als sehr gering oder schlichtweg nicht vorhanden einschätzen, wie zum Beispiel Terroranschläge. Andere Dinge sind für den sicheren Betrieb von Kernkraftwerken nicht wirklich von Belang, etwa die in den Reaktordruckbehältern von Tihange 2 und Doel 3 entdeckten Wasserstoffflocken.

»Tihange ist ein bestimmendes Thema in meinem Leben«, erklärte ein 50-jähriger dreifacher Vater einer deutschen Journalistin. »Oft beschäftige ich mich den ganzen Tag damit, auch wenn ich weiß, dass das nicht gut ist.« Auch das Familienleben habe gelitten, weil er wegen der Aktionen oft nicht zu Hause sei.

Und was ist mit den Gerüchten über Terroristen, die ein Kernkraftwerk in Belgien angreifen wollten? Für solche Angriffspläne gibt es keinerlei Beweise. Bei der Durchsuchung der Wohnung eines mutmaßlichen Terroristen fanden die Ermittler Bilder eines belgischen Nuklearwissenschaftlers. Aber der arbeitete in einem Forschungszentrum, das medizinische Isotope herstellt, nicht in einem Kernkraftwerk.

Der belgische Innenminister Jan Jambon erklärte, die Bedrohung habe »für die betreffende Person bestanden, nicht aber für die kerntechnischen Anlagen«. Die Ermittler vermuteten, dass die Terroristen den Mann entführen und dazu benutzen wollten, ihnen Zugang zu seiner Forschungseinrichtung in Mol zu verschaffen.

Im September 2017 verteilte die Stadt Aachen Jodtabletten an die Bewohner. Sie verhindern die Aufnahme von radioaktivem Jod und beugen dadurch Schilddrüsenkrebs vor. Der eigentliche Sinn dieser Aktion ist jedoch, die Bevölkerung zu verunsichern. »Der Schritt Aachens, Jodtabletten zu verteilen, ist höchst ungewöhnlich«, kommentiert die BBC, »da er nicht durch einen besonderen Notfall ausgelöst wird.«

Der Notfall erfolgte vielmehr in den Köpfen der Aachener Lokalpolitiker. Und leider ist Anti-Atom-Paranoia ansteckend: Wenige Monate später hatte sie sich auch bis nach Belgien ausgebreitet, wo die Regierung der Forderung nach der Verteilung von Jodtabletten nachgab.

Fossile Brennstoffe: Kohle und Erdgas würden die spanischen Kernkraftwerke ersetzen, nicht etwa erneuerbare Energien.

Laut der belgischen Regierung sei die Jodtablettenverteilung »keine Reaktion auf eine tatsächlich festgestellte Bedrohung.« Sie bedeute keineswegs, dass sich die mit Kernkraftwerken in Belgien verbundenen Risiken erhöht hätten. Damit räumte die belgische Regierung jedoch indirekt ein, einer irrationalen Forderung nachgegeben zu haben,

Im Herbst 2017 veröffentlichte Greenpeace einen Bericht, der behauptet, für französische und belgische Kernkraftwerke bestehe »zweifellos ein Risiko«, von Terroristen angegriffen zu werden. Allerdings konnte Greenpeace nicht den geringsten Beweis dafür liefern, dass Terroristen jemals auch nur die Idee gehabt hätten, eine Nuklearanlage auszuschalten, geschweige denn, einen solchen Anschlag konkret geplant zu haben.

Der Glanz Frankreichs und die Schwarze Romantik in Deutschland

Die Kernenergie war einmal der Stolz Frankreichs. Nach der Beschämung, in 30 Jahren zweimal von Deutschland überfallen und besetzt worden zu sein, machte sich Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg daran, zuerst die Atombombe zu entwickeln und später auch Kernkraftwerke zu bauen. »Diese Errungenschaft«, erklärte der französische Präsident 1948, »wird den Glanz Frankreichs steigern.«

Frankreichs Nuklearprogramm war aber mehr als nur ein Mittel, um sich vor marodierenden Deutschen zu schützen. Da das Land keine größeren eigenen Vorkommen fossiler Brennstoffe und nicht genug große Flüsse für Wasserkraftwerke hat, war Kernenergie für Frankreich die einzige Möglichkeit, Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit von Brennstoffimporten zu erreichen.

Doch mit der Zeit ging die Unterstützung der Kernenergie in Europa zurück, auch in Frankreich. Sie machte einem deutschen Gemisch aus Romantik, Paranoia und Irrationalismus Platz. Der deutsche Philosoph Martin Heidegger schuf 1954 in seinem Essay »Die Frage nach der Technik« das erste und wohl wichtigste philosophische Argument gegen die Kernenergie und plädierte dafür, die Gesellschaft solle sich abhängig machen von unzuverlässigen erneuerbaren Energiequellen wie Sonne und Wind.

Heidegger verurteilte die Menschheit, weil sie die Natur als bloße Ressource für ihren Konsum betrachte. Der Einsatz »moderner Technik« sei etwas, …

»… das an die Natur das Ansinnen stellt, Energie zu
liefern, die als solche herausgefördert und gespeichert werden kann. … Die Luft wird auf die Abgabe von Stickstoff hin gestellt, der Boden auf Erze, das Erz z. B. auf Uran, dieses auf Atomenergie, die zur Zerstörung oder friedlichen Nutzung entbunden werden kann.«

Die Lösung, so Heidegger, bestehe darin, die Gesellschaft an unzuverlässige Energieströme zu binden. »Die Windmühle erschließt aber nicht Energien der Luftströmung, um sie zu speichern«, so Heidegger.

Gepaart mit typisch deutscher Arroganz wird ein solcher Irrationalismus zu einer zu einer Bedrohung sowohl für Deutschland selbst als auch für andere Länder. Im vergangenen Herbst fragten meine Kollegen und ich Dutzende Deutsche nach ihrer Meinung zu Energie und Umwelt. Die Antworten fanden wir besorgniserregend. Die von uns befragten Deutschen standen nicht nur fast ausnahmslos hinter dem Atomausstieg, sie waren auch fest davon überzeugt, dass Deutschland einen Weg finden würde, sich eines Tages ausschließlich aus erneuerbaren Energien zu versorgen, trotz aller Fakten und Tatsachen, die das Gegenteil beweisen.

Kann sich Europa gegen Deutschland zur Wehr setzen?

In Spanien war die Anti-Atom-Romantik eine Sache der extremen Linken, der Anarchisten und der Separatisten. Ende der 1970er Jahre wurde der Widerstand so stark, dass Spanien den Bau neuer Reaktoren abrupt stoppte. Hätte man die Anlagen fertiggebaut, könnten sie heute sämtliche Kohlekraftwerke des Landes ersetzen.

Unbegründete Ängste sitzen tief und können sich noch verstärken. Im vergangenen Herbst legte Spanien das Kernkraftwerk Santa Maria de Garoña still. Vorausgegangen war Widerstand auf politischer Ebene, der zur Einführung einer Kernenergie-Sondersteuer führte. Das Ergebnis war vorhersehbar.

»Die fossilen Brennstoffe, die den Strom aus der Anlage ersetzen«, schrieben Klimawissenschaftler Ende Juni 2018 in einem offenen Brief, »werden jedes Jahr zur Emission von rund zwei Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre führen. Das entspricht fast einer Million neuer Autos in Spanien.«

Mittlerweise ist klar, wer beim Klimaschutz der Held ist und wer der Schurke. Frankreich bleibt dank seines Kernkraftanteils von 75 Prozent an der Stromerzeugung weltweit führend. Ganz anders Deutschland: Das Land propagiert zwar den Ersatz der Kernkraft durch erneuerbare Energien, macht sich in Wirklichkeit aber immer abhängiger von fossilen Brennstoffen, einschließlich Braunkohle, dem schmutzigsten Brennstoff.

Sind die ständigen Bevormundungen seitens Deutschland und die steigenden Emissionen für europäische Staats- und Regierungschefs wie Präsident Emmanuel Macron Grund genug, dem schmutzigen Krieg Deutschlands gegen die Kernenergie die Stirn zu bieten?

In gewisser Weise ist das bereits geschehen. »Was haben die Deutschen getan, als sie ihre Kernkraftwerke abgeschaltet haben?«, fragte Macron im Dezember. »Sie haben ihren CO2-Fußabdruck verschlimmert; das war nicht gut für den Planeten. Darum werde ich so etwas nicht tun.«

Doch der anhaltende Druck Deutschlands auf seine Nachbarn, die Gefahr, dass Spanien seine Kernkraftwerke schließen könnte, und die nur moderate Unterstützung der Kernenergie durch Macron zeigen, dass die Pro-Kernkraft-Kräfte noch viel mehr tun müssen. Sie müssen die jungen Staatslenker in Frankreich, Belgien und Spanien unterstützen, damit diese den Mut aufbringen, sich gegen die mächtigste – und gefährlichste – Nation Europas zu behaupten.


Titelbild: Der spanische Premierminister Pedro Sanchez, der französische Präsident Emmanuel Macron und der belgische Premierminister Charles Michel. Quelle: Wikipedia

Diese Beitrag erschien im Original bei Forbes: “With Pollution On The Rise, Will Europe Resist Germany’s Dirty War On Nuclear Power?”. Übersetzung: Rainer Klute


Michael Shellenberger

Michael Shellenberger ist Gründer und Präsident der US-Umweltorganisation Environmental Progress. Er setzt sich weltweit für Umweltschutz durch Kernenergie ein. Sein Engagement trug 2017 maßgeblich zum Erhalt der Kernkraftwerke in den US-Bundesstaaten New York und Illinois bei. Sein TED-Talk “How fear of nuclear power is hurting the environment” wurde über 1 Million Mal abgerufen.

Sanmen 1: Erster AP1000-Reaktor geht in Betrieb

Am 21. Juni 2018 wurde der erste AP1000, ein Kernreaktor der Generation III+ von Westinghouse Electric, im chinesischen Kernkraftwerk Sanmen erstmals kritisch, zwei Wochen nach der Erstkritikalität des ersten EPR des französischen Konkurrenten Framatome. Der Reaktor ist mit Erreichen der ersten selbsterhaltenden nuklearen Kettenreaktion nach dem WWER-1200/392M im Kernkraftwerk Nowoworonesch II, dem WWER-1200/491 im Kernkraftwerk Leningrad II und dem EPR im Kernkraftwerk Taishan der dritte Reaktortyp der neuen Generation III+, der den Betrieb aufnimmt. Westinghouse unterstrich diesen Meilenstein am selben Tag mit dem Beginn der ersten Kernbrennstoffbeladung in einem weiteren AP1000-Reaktor, nämlich Block 1 des Kernkraftwerks Haiyang, ebenfalls in China.
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Im chinesischen Kernkraftwerk Taishan geht der weltweit erste EPR in Betrieb

Von Dirk Egelkraut und Rainer Klute

Am 6. Juni 2018 war es endlich soweit: Block 1 des chinesischen Kernkraftwerks Taishan leitete seine erste kontrollierte nukleare Kettenreaktion ein. Mit dem EPR Taishan 1 ist nach dem 2016 in Betrieb gegangenen russischen WWER-1200 nun das zweite Reaktormodell der Generation III+ in Betrieb.

Gleichzeitig bricht dieses im Fachjargon auch als »Erstkritikalität« bezeichnete Ereignis den Trott, in dem der französische Reaktorbauer Framatome (früher: Areva NP) seit Jahren steckte. Weiterlesen

Leckage im Notkühlsystem – Was ist los in Doel 1?

Am 2. Mai gab die belgische Atomaufsichtsbehörde FANC eine aktualisierte Meldung [deutsche Übersetzung durch Google Translate] über die Leckage im Reaktorblock 1 des Kernkraftwerks Doel heraus. Diese Meldung schafft weitgehend Klarheit über die Gründe für das Abfahren der Anlage am 23. April, das in den deutschen Medien zum üblichen Schwall an Super-GAU-Prosa geführt hatte. Weiterlesen

Reise ins Innere von Tschernobyl

Von Dr. Walter Rüegg

Vor 32 Jahren explodierte Reaktorblock 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl. Heute ist die Strahlung in der Sperrzone von Tschernobyl fast überall geringer als in den Alpen oder in Rom. Trotzdem gibt es tödliche Gefahren, wie eine Studienreise zeigte.

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Ein Braunkohleausstieg hätte mehr gebracht

Nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen in Deutschland ist nun auch mehr oder weniger offiziell klar: Das CO2-Emissionsziel für 2020, das erste Ziel, an dem sich Erfolg oder Misserfolg der Energiewende messen lassen muss, wird verfehlt werden. Was wäre gewesen, wenn Deutschland Braunkohle- statt Kernkraftwerke stillgelegt hätte? Weiterlesen

Noch gefährlicher als angenommen: die ARD und ihre Atom-Berichterstattung

»Gefährlicher als bislang bekannt« sei die »marode Atomanlage« Tihange 1 in Belgien, behauptet die ARD. Unsere Autorin informiert über Precursor-Events und stellt kritische Fragen an die stets gleichen Urheber alarmierender ARD-Atommeldungen, insbesondere an den »Energieexperten« Jürgen Döschner. Weiterlesen

Nukleare Fernwärme

Gastbeitrag von Dr. Klaus-Dieter Humpich

Kernenergie kann nicht nur Strom. Neuerdings gerät ihr Einsatz für Heizzwecke wieder in den Blick, gerade auch zur Verbesserung der Luftqualität. Besonders in China wird über den Ersatz von Kohle durch Kernenergie nachgedacht.

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NASA testet erfolgreich neuen Kilopower-Reaktor

Die NASA hat die erste Phase der im November begonnenen Tests ihres Kilopower-Reaktorsystems erfolgreich abgeschlossen. Der Test des »KRUSTY« (Kilowatt Reactor Using Stirling TechnologY) genannten Reaktorprototypen in einer Vakuumkammer bestätigte das berechnete reaktorphysikalische und thermodynamische Verhalten des Systems. Weiterlesen

Endlagerung? Transmutation! Ein Argumentationsleitfaden

Nächste Woche veranstaltet das Nationale Begleitgremium eine Podiumsdiskussion mit Publikumsbeteiligung: Alle Kernenergie-Freunde aus dem Großraum Berlin sollten sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen! Achtung: Wer teilnehmen möchte, muss sich auf der Homepage des Begleitgremiums anmelden.

Diskussionen mit Kernkraftgegnern, aber auch neutralen Personen, die bislang über das Thema nur gehört haben, was die Massenmedien dazu veröffentlichen, können knifflig sein: Man ist mit vielen Vorurteilen konfrontiert, zuweilen auch mit Aggressivität. Daher soll hier ein kleiner Leitfaden geboten werden, der bei der Veranstaltung hilfreich sein könnte.
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Auf nach Berlin: Nationales Begleitgremium lädt ein zum Endlager-Dialog

Und ewig grüßt das Endlagerproblem: Kann, darf es in Deutschland eine Antwort auf die Frage »Wohin mit dem Atommüll« geben?

Die Bürger sollen stärker in die Standortsuche einbezogen werden. Auf diese Weise fand Finnland einen geeigneten Standort für das welterste Tiefenlager für bestrahlte Brennelemente. Doch Kernkraftfreunde weltweit kennen bessere Optionen als das Vergraben wertvoller Brennstoffe für Hunderttausende von Jahren. Das im Leichtwasserreaktor genutzte Uran hat erst wenige Prozent seines Energiegehaltes hergegeben. Gerade das im Dezember 2016 gegründete Nationale Begleitgremium, das nach Eigenverständnis die Aufgabe hat, »die Umsetzung der Öffentlichkeitsbeteiligung im Auswahlverfahren zu begleiten«, sollte von der Öffentlichkeit darüber informiert werden, dass Schnellspaltreaktoren wie der Dual-Fluid-Reaktor Atommüll zu verstromen und dabei die erforderliche Lagerzeit um drei Größenordnungen zu senken vermögen.
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Belgische Rissreaktoren: Wie sicher sind Tihange 2 und Doel 3?

Wer fundierte Antworten will, muss sich mit der Technik befassen

Risse im Atomkraftwerk, Schrottreaktoren, NRW bunkert Jodtabletten: Das sind die medialen Schlagwörter rund um die belgischen Kernkraftwerksblöcke Tihange 2 und Doel 3. Wir plädieren für eine sachliche Auseinandersetzung und gegen die Angstmache durch schlampige Begrifflichkeiten. Dafür benötigt man einen kleinen Einblick in die Fakten rund um die beiden Anlagen. Wir haben sie gesichtet und gemäß neuerer Erkenntnisse aktualisiert. Unser Fazit enthält Kritik und Lob: Produzenten und Betreiber der umstrittenen Reaktordruckbehälter lassen einige Fragen offen, die nicht abschließend geklärt wurden, auch wenn der sichere Normalbetrieb der Reaktoren von Fachleuten nicht in Frage gestellt wird. Den sehr strengen Anforderungen des deutschen »Basissicherheitskonzepts« für Reaktordruckbehälter genügen die beiden Anlagen jedoch nicht. Der belgischen Aufsichtsbehörde gebührt Lob für den im internationalen Vergleich vorbildlich transparenten Umgang mit den Befunden. Nach dem belgischen Sicherheitskonzept sind die Anlagen genehmigungsfähig. Der Fall ist daher für die belgische Atomaufsicht abgeschlossen.

(Der vorliegende Text aktualisiert und erweitert einen Anfang 2016 erschienenen Beitrag der Autorin.)
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Mit Strom vom Fahrrad in die Nahrungskrise

Von Christian Weiss

Video-Snapshot: Katrin Göring-Eckardt und weitere Grüne strampeln für heißen Kaffee. Quelle: Facebook

Katrin Göring-Eckardt und weitere Grüne strampeln für heißen Kaffee. Quelle: Facebook

Im Endspurt des vergangenen Bundestagswahlkampfes trat die grüne Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt zusammen mit Kolleginnen und Kollegen am 22. September in Erfurt kräftig in die Pedale.

Mit Man- bzw. Woman-Power strampelten die Vorreiter für »alternative Energien« auf festmontierten Drahteseln, um mit der gewonnen Energie eine Kaffeemaschine zu betreiben. Gute Idee, könnte man meinen. Radfahren ist ja so gesund und umweltfreundlich. Aber: Taugt das Rad auch für die umweltfreundliche Energieproduktion?

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