Geschichtsschreibung von oben: 40 Jahre Schlacht um das AKW Grohnde

Von Dr. Anna Veronika Wendland

Foto: Kernkraftwerk Grohnde

Kernkraftwerk Grohnde – Foto: Heinz-Josef Lücking, CC BY-SA 3.0 de, Wikimedia Commons

Am 19. März 1977 wurde die  „Schlacht von Grohnde“ geschlagen. Damals war ich zehn Jahre alt. Wenn man von Terroristen sprach, waren vor allem die zu Möchtegern-Revoluzzern mutierten Bürgerkinder der „Roten Armee Fraktion“ (RAF) gemeint. Als Konflikte galten insbesondere die oft gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei an den Zäunen von Kernkraftwerken.

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WWER-1200: Erster Kernreaktor der Generation III+ nimmt kommerziellen Betrieb auf

Von Dirk Egelkraut und Rainer Klute

Foto: Kernkraftwerk Nowoworonesch II mit zwei WWER-1200-Reaktorblöcken

Kernkraftwerk Nowoworonesch II mit zwei WWER-1200-Reaktorblöcken

Am 27. Februar 2017 ging Block 1 des russischen Kernkraftwerks Nowoworonesch II nach erfolgreichem Abschluss der letzten Tests in den kommerziellen Leistungsbetrieb über. Der Reaktor des Typs WWER-1200 ist damit der weltweit erste Druckwasserreaktor der Generation III+, der im regulären Stromversorgungsbetrieb läuft. Er ist Vorreiter einer neuen Kernreaktorgeneration. Die ersten Exemplare weiterer Reaktortypen, wie der europäische EPR oder der amerikanische AP-1000, befinden sich derzeit noch im Bau.

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Atomwissen ohne Risiko? Nicht bei Harald Lesch!

Von Harald Lesch etwas über Kernenergie lernen, womöglich gar über moderne Reaktorkonzepte wie Thorium-Flüssigsalzreaktoren? Wer das probiert, läuft das Risiko, haarsträubendem Unsinn aufzusitzen.

Der aus dem Fernsehen bekannte Harald Lesch, ist laut Wikipedia ein deutscher Astrophysiker, Naturphilosoph, Wissenschaftsjournalist, Fernsehmoderator und Hochschullehrer, nämlich Professor für Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Lehrbeauftragter für Naturphilosophie an der Hochschule für Philosophie München.

In seinem YouTube-Kanal »Terra X Lesch & Co« veröffentlichte er heute einen achtminütigen Videobeitrag zum Thema »Atomkraft ohne Risiko? Der Flüssigsalzreaktor«.

Harald Lesch erklärt die atomare Welt.

Harald Lesch erklärt die atomare Welt. – Quelle: YouTube, Terra X Lesch & Co

Wer nun aber glaubt, dort risikolos etwas über Thorium-Flüssigsalzreaktoren zu erfahren, wird getäuscht. Wer Lesch glaubt, geht das Risiko ein, für dumm verkauft zu werden, ohne es zu merken.

Lesch mag Physik-Professor sein, aber Kernphysik und Kerntechnik zählen offenbar nicht zu seinen Stärken. Er verfügt gewiß über ein nukleares Halbwissen, kennt sich aber nicht wirklich aus und erzählt vieles, das schlicht und ergreifend falsch sind.

Hier drei Beispiele aus dem oben genannten Video:

  1. Ja, in Hamm-Uentrop hat man einen Thorium-Reaktor gebaut. Das war allerdings kein Thorium-Flüssigsalzreaktor, wie Lesch behauptet, sondern der Thorium-Hochtemperaturreaktor THTR-300. Bei diesem sogenannten Kugelhaufenreaktor befand sich der Kernbrennstoff in tennisballgroßen Kugeln befand. Dieses Reaktorkonzept hat Deutschland nach dem Tschernobyl-Unglück aufgegeben. China hat es aufgegriffen und errichtet gerade im Kernkraftwerk Shidaowan in Shandong eine 210-Megawatt-Anlage, die 2018 in Betrieb gehen soll. Beim Kugelhaufenreaktor kann es übrigens zu keiner Kernschmelze kommen, wie Versuche 1967 und 1979 am AVR Jülich im Experiment bestätigten.
  2. Nein, Harald Lesch, der Thorium-Hochtemperaturreaktor in Hamm war kein Schneller Brüter, auch wenn Sie das behaupten. Einen Schnellen Brüter, nämlich den SNR-300, hatte Deutschland zwar ebenfalls gebaut, aber nicht in Hamm, sondern in Kalkar. Na gut, das war ungefähr zur gleichen Zeit, und Hamm wie Kalkar liegen beide in Nordrhein-Westfalen. Klar, da kann man schon mal durcheinanderkommen, auch wenn die Reaktorkonzepte völlig unterschiedlich sind. Übrigens eignet sich ein Schneller Brüter – genauer: ein Schneller Reaktor – sehr wohl dazu, den langlebigen, hochradioaktiven Atommüll zu verwerten und Strom daraus zu machen. Russland zeigt ganz praktisch, wie das geht, nachzulesen in »Strom aus Atommüll: Schneller Reaktor BN-800 im kommerziellen Leistungsbetrieb«.
  3. Lesch erklärt die Selbstregulierung eines Thorium-Flüssigsalzreaktors: Wenn der Reaktor zu heiß wird, geht die Reaktivität zurück, und er kühlt sich selbst wieder ab. Das ist völlig richtig. Allerdings macht das, anders als Lesch behauptet, jeder herkömmliche Kernreaktor ganz genauso. Nein, er explodiert nicht, wenn er zu heiß wird, wie Lesch glaubt – Stichwort: negativer Reaktivitätskoeffizient. Eine Ausnahme ist lediglich der russische RBMK-Reaktor (Tschernobyl-Typ), von dem leider noch 11 Blöcke laufen.

Es ist erschütternd, daß Harald Lesch grundlegenden Dinge nicht weiß – oder nicht wissen will – und derart haarsträubenden Unfug verbreitet. Was sich daraus für seine »naturphilosophischen« Schlußfolgerungen ergibt, dürfte klar sein: »Ex falso quodlibet«, wie der Lateiner sagt. Aus Falschem folgt Beliebiges.

Dieser Beitrag erschien im Original im Blog des Autors.

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Am vergangenen Mittwoch trat ein, wovor Kritiker der Energiewende gewarnt hatten: Stromabschaltungen, weil Sonne und Wind nicht genug Strom lieferten – allerdings nicht in Deutschland, sondern in Australiens Bundesland Südaustralien. Weiterlesen

LNT-Hypothese: Mediziner gegen gängige Strahlentheorie

Gastbeitrag von Dr. Klaus-Dieter Humpich

Unerwartete Hilfe für Strahlenschützer kommt mit dem in JNM – The Journal of Nuclear Medicine erschienenen Beitrag „Subjecting Radiologic Imaging to the Linear No-Threshold Hypothesis: A Non Sequitur of Non-Trivial Proportion“ nun von der Medizin. Neu ist weniger die Kritik der Strahlenmediziner an der LNT-Hypothese, als die Abwägung der Nachteile durch ihre Anwendung.

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Von Dominic Wipplinger und Rainer Klute

Foto: BN-800

Strom aus Atommüll: Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe. Foto: Rosatom

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Küchenphysik vom WDR

Von Dr. Anna Veronika Wendland

Foto: Käseauflauf mit Shrimps

Wir schaffen Klarheit über die nuklearen Auflaufformen.
Foto: Ra Boe, Wikimedia Commons

Skandalös: Betreiber von Kernkraftwerken wärmen das Notkühlwasser »maroder« Kernreaktoren vor, wie WDR und Süddeutsche Zeitung »enthüllten«. Dr. Anna Veronika Wendland erläutert, was dran ist am neuesten nuklearen Aufreger.

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