Die Wolke von Tihange – und was dahinter steckt

Von Dr. Anna Veronika Wendland

Grafik: Sogenannte »GAU-Simulation« des Kernkraftwerks Tihange. Quelle: Der Spiegel

Grafik: Sogenannte »GAU-Simulation« des Kernkraftwerks Tihange. Quelle: Der SPIEGEL

Der Sommer kommt und mit ihm das Sommerloch, in das der SPIEGEL natürlich irgend etwas einfüllen muss. Da der Schulz-Zug ohne Dampf auf offener Strecke steht, und sich an die Daily Trump inzwischen alle gewöhnt haben, füllt man das Loch mit einem Aufreger, der die Deutschen zuverlässiger auf Trab bringt als IS und Al Qaida zusammengenommen: die »Atomwolke« und der Dauerbrenner »marode belgische Kernkraftwerke« mit »neuen Rissen«. Doch was ist dran an der neuen Runde Panikmache rund um Tihange 2? Hier unser sachlich-kritisches Update.

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Atom-Duell: Döschner kneift – und wir wissen, warum!

Von Dr. Anna Veronika Wendland

Die Nuklearia hat heute abend allen Grund, eine Flasche Sekt aufzumachen. Jürgen Döschner, der WDR-Energieexperte, der den Großteil seiner Energie auf das Skandalisieren der Kernenergie verwendet, sieht sich nicht in der Lage, als Diskutant eines Streitgesprächs über die Kernenergie die Klinge mit uns zu kreuzen. Und warum?

Nicht etwa, weil er keine Zeit hätte oder keine Lust. Und auch nicht, weil er etwa feige kneifen wolle, wie die meisten Leser auf Twitter und Facebook ihm unfreundlicherweise unterstellen.

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Atomduell – Einladung zum Streitgespräch

Inzwischen liegt eine Antwort von Jürgen Döschner vor – siehe unten. – Unsere Beauftragte für Atom-Steampunk, Dr. Anna Veronika Wendland, kommentiert.

Offener Brief an den WDR-Journalisten Jürgen Döschner

Lieber Herr Döschner,

wir von der Nuklearia sind nicht nur treue Leser Ihrer journalistischen Beiträge über die Kernenergie im Allgemeinen, sondern auch Ihrer Reaktionen auf unseren kleinen, aber feinen Verein im Besonderen. Wir halten daher die Zeit für gekommen, uns endlich einmal persönlich kennenzulernen, statt uns nur auf Facebook und Twitter gegenseitig zu beharken. Denn 140 Zeichen sind immer ein wenig zu unterkomplex, um Fragen unserer zukünftigen und vernünftigen Stromversorgung zu diskutieren, oder zu entscheiden, ob Aachen Jodtabletten einlagern sollte oder nicht.

Gegenwärtig suchen wir für ein öffentliches Streitgespräch (Termin von Ihnen frei wählbar, erste Chance: »Nacht der Wissenschaften« in Erlangen, 21. Oktober 2017) einen kompetenten Vertreter der Kernenergiekritik. Wir würden uns freuen, wenn wir Sie gewinnen könnten, und versprechen einen vergnüglichen und bestimmt nicht langweiligen Abend mit der Atomlobby.

Mit freundlichen Grüßen
Rainer Klute
Nuklearia e. V. (Vorsitzender)


Aktualisierung (2017-05-31, 17:13 Uhr):

Jürgen Döschner schlägt unsere Einladung zum Streitgespräch leider aus. Er schreibt:

Sehr geehrter Herr Klute,

vielen Dank für Ihre Mail und die Einladung.

Wie Sie wissen, bin ich Journalist und nicht „Vertreter“ – weder der Kernenergie, noch der Kernenergiekritik.

Ich bin sicher, dass Sie unter den einschlägig bekannten Kritikern der Kernkraft (Greenpeace, ausgestrahlt, IPPNW, B90/Die Grünen, SPD, CDU, CSU, Die Linke, Piraten etc) kompetente Gesprächspartner finden.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Döschner

Kernenergie ist sexy!

Gastbeitrag von Dieter König

Behälterlager des ZWILAG

Behälterlager des ZWILAG. Der gesamte hochradioaktive Atommüll der Schweiz passt in eine einzige Lagerhalle. Quelle: ZWILAG AG

Drei Tage nach der Annahme der Energiestrategie 2050 durch das Schweizer Wahlvolk nahmen meine Frau und ich an einer Besichtigung des Zwischenlagers ZWILAG bei Würenlingen teil – zur Überwindung der Abstimmungsdepression und um den Blick meiner Frau über ihre diffus-grüne Grundüberzeugung hinaus etwas zu erweitern. Die von Urs Bolt hervorragend organisierte und von Dr. Uwe Kasemeyer fachlich bestens geführte Tour mit einer Gruppe von Gleichgesinnten führte uns in eine lediglich mittelgroße, bestens gesicherte Industriehalle. Weiterlesen

»Warum pro Kernenergie?« – Eine etwas andere Fragestellung

Gastbeitrag von Rainer A. Stawarz

Beloyarsk_NNP3

Kernkraftwerk Belojarsk (Белоярская АЭС).
Der Reaktorblock 4 ist ausgestattet mit einem schnellen Brutreaktor vom Typ BN-800, der nicht-spaltbare Nuklide aus Kernwaffen bzw. aus Abfall herkömmlicher Reaktoren verbrennt.
Quelle © Nucleopedia

Genauso wie wohl jeder Befürworter friedlicher Nutzung von Kernenergie werde ich häufig gefragt, wie ich denn »für die Atomkraft« sein kann und das angesichts von Fukushima, Tschernobyl etc. Meine Geduld reicht im Normalfall durchaus dafür aus, auf diese »Argumente« – so platt sie im Einzelnen sein mögen – peu à peu und sehr differenziert einzugehen. Weiterlesen

Nachgerechnet: Ist der Super-GAU bezahlbar?

Bis zu 430 Mrd. Euro kostet ein Super-GAU laut FÖS-Studie.

Ein Super-GAU koste bis zu 430 Milliarden Euro und sei durch die bestehende Haftungs- und Deckungsvorsorge nicht abgedeckt, sagt eine kürzlich erschienene Studie. Selbst wenn die Summe stimmen sollte: Ist so etwas überhaupt bezahlbar? Eine Überschlagsrechnung zeigt: Ja, kein Problem. Weiterlesen

Atomkraft: Und plötzlich bist du Menschenverächter

Von Dr. Anna Veronika Wendland

Foto: Hallenbad in Pripjat

Hallenbad in Pripjat. Foto: Dr. Wilfried Jacobi, mit freundlicher Genehmigung

Kürzlich erschien hier bei der Nuklearia ein Beitrag von mir zum Tschernobyl-Jahrestag am 26. April. Ich gab zu bedenken, dass Tschernobyl von der Quellen- und Faktenlage her ein großer historischer Industrieunfall sei, aber nicht der nukleare Massenmord, der anthropologische Schock und die weltstürzende Katastrophe, zu der eine weitverzweigte Sinngebungs-, Bewältigungs- und Mobilisierungsindustrie es gemacht haben.

Aus entrüsteten Zuschriften muss ich schließen, dass (vermeintliche) Tschernobyl-Leugner hierzulande Gefahr laufen, auf dieselbe Stufe wie Holocaust-Leugner gestellt zu werden: Ich sei menschenverachtend, »relativierend« und zynisch, so warf man mir vor.

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Im Mai Nuklearia-Mitglied werden und Kernkraft-Aufkleber erhalten

Foto: Aufkleber »Kernenergie? Ja bitte«

Die Vorteile der Kernenergie haben dich überzeugt? Dann werde jetzt Nuklearia-Mitglied! Mit einem Jahresbeitrag von 30 Euro (ermäßigt 15 Euro) bist du dabei!

Wer jetzt Mitglied wird, erhält 20 Aufkleber »Kernenergie? Ja bitte«. Dieses Angebot gilt für alle Mitgliedsanträge, die im Mai 2017 bei uns eintreffen.

Übrigens: Nuklearia-Mitglieder bekommen beim Wechsel in den Kernstrom-Tarif von Enermy einen Bonus von 40 Euro.

Alle weiteren Informationen auf der Seite »Mitglied werden«

Tschernobyl: Fakes und Fakten

Von Dr. Anna Veronika Wendland

Foto: Riesenrad in Pripjat

Riesenrad in Pripjat

Wie in jedem Jahr, so wird auch dieses Jahr am 31. Gedenktag des schwersten Unfalls in der Geschichte der zivilen Kerntechnik mit Opferzahlen im Hunderttausender-, gar Millionen-Bereich »argumentiert« werden. Ich teile daher in diesem Beitrag eine Auflistung der dokumentierten Opfer des Tschernobyl-Unglücks aus seriösen Quellen – mit Dank an Hans Ambos für die Zusammenstellung.

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Nuklearia ruft zur Teilnahme am March for Science auf

Logo March for Science

Der March for Science am 22. April 2017 ist eine weltweite Demonstration für den gesellschaftlichen Wert von Forschung und Wissen und gegen Angriffe auf die Wissenschaftsfreiheit.

Die Nuklearia ruft zur Teilnahme auf!
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