Sternmetalle

Mein in Entwicklung befindlicher utopischer Roman “Curiepolis” erzählt die Geschichte des titelgebenden Zukunftsstaates, eine Republik der Genies, die auf künstlichen Plattformen im Westpazifik errichtet wird, und davon ausgehend die Geschichte der terragenen Intelligenz im Universum bis in fernste kosmologische Zukunft — denn anders als in der “Gelehrtenrepublik” von Arno Schmidt, die eine wichtige Inspirationsquelle für mich ist, gehen die Curiepolitaner nicht an ihren eigenen Schwächen und der Spaltung in zwei verfeindete Lager zugrunde, sondern sind in ihren Absichten geeint! Doch sie kümmern sich nicht nur um sich selber, sondern helfen auch anderen Menschen. Der folgende Text ist ein Auszug aus dem Roman.
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Vor 30 Jahren: Tschernobyl, ein Rückschlag für die Menschheit

Gastbeitrag von Manfred Haferburg

Was war geschehen?

Am 25. April 1986 gegen 01:00 Uhr nachts begann der Reaktor des Blocks Vier des KKW Tschernobyl in der Ukraine bei Kiew seine Leistungsabsenkung zur großen Zweijahres-Revision und Brennstoffbeladung. Das Abfahrprogramm sah unter anderem einen Auslaufversuch der Turbine vor. Mit diesem Versuch sollte getestet werden, wie die Rotationsenergie der schweren Turbogeneratorläufer genutzt werden kann, um bei Stromausfall die Kühlmittelumwälzpumpen des Reaktors ein paar Minuten weiter drehen zu lassen, bis die startenden Dieselgeneratoren den Strom dafür liefern können. Immerhin dreht sich so ein Teil durch sein enormes Gewicht noch 30 Minuten weiter, auch wenn es keinen Dampfantrieb mehr hat. Weiterlesen

Terroralarm im Kernkraftwerk

Wie sicher ist unsere Kernenergie in der Ära IS?

Von Dr. Anna Veronika Wendland

Zu den beunruhigenden Nachrichten kurz nach dem blutigen islamistischen Doppelanschlag vom 22. März in Brüssel gehörte auch jene von der »Evakuierung« der belgischen Kernkraftwerke Tihange und Doel. Außerdem stellte sich heraus, dass der Leiter eines nuklearen Forschungszentrums von den Brüsseler Tätern ausgespäht worden war und dass in mindestens einem Fall ein polizeibekannter Islamist längere Zeit von einer Fremdfirma im »inneren Sicherheitsbereich« einer der belgischen Anlagen eingesetzt war, bevor er als IS-Kämpfer nach Syrien ging. Dies wirft einige grundsätzliche Fragen auf.

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Keine Vertuschung in Fessenheim

Vorwürfe erweisen sich als haltlos

Am 4. März machte in den Medien die Nachricht die Runde, ein Zwischenfall im französischen Kernkraftwerk Fessenheim am 9. April 2014 sei schwerwiegender gewesen als bislang gedacht. Die französische Atomaufsichtbehörde ASN habe in ihrer knappen Mitteilung vom 17. April 2014 wesentliche Details des Vorfalls verschwiegen und damit vor der Öffentlichkeit vertuscht. Weiterlesen

In zwanzig Jahren ist die Welt nuklear

Das jedenfalls meint der amerikanische Physiker Richard A. Muller.

»Was werden die größten Unterschiede zwischen unserer Welt heute und der Welt in zwanzig Jahren sein? Was sind die wichtigsten »X-Faktoren«, also Veränderungen, die nicht unbedingt wahrscheinlich sind, aber durchaus im Bereich des Möglichen liegen und umwälzend sein können?« – Diese Frage auf Quora beantwortete Muller wie folgt: Weiterlesen

Der überschlagende Funke

Gastbeitrag von Oscar Archer: The Lightbulb Moment
Übersetzt aus dem Englischen von Fabian Herrmann (NukeSqrrrl).

Lichtbogen (Wikipedia)

Es gibt da etwas, das ich vielleicht noch nicht hinreichend klar gemacht habe: Ich habe Deutschland Erfolg gewünscht. Wirklich. Trotz der schlechten Begründung des beschleunigten Atomausstiegs und meines wachsenden Verständnisses energiepolitischer Zusammenhänge hielt ich Jahr für Jahr die Hoffnung aufrecht, dass die Emissionen dank neuinstallierter Wind- und Solarkapazität fallen würden.
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Kommunikation als Kernkompetenz

Zur Diskussionskultur in der Kerntechnik. Ein Essay von Dr. Anna Veronika Wendland.

Die deutsche Kernenergie ist nicht an ihrer technischen Unzulänglichkeit gescheitert, sondern unter anderem an der Kommunikationsblockade zwischen Experten und Bevölkerung. Denn gelingende Kommunikation ist ein wichtiger Faktor bei der Erringung von Akzeptanz und Diskurshoheit. Leider ist die Kontroverse um die Kernenergie in der Vergangenheit eher als Krieg statt als sachlich-kritische Diskussion geführt worden. Doch heute stellt sich die Frage, ob sich angesichts wachsender Zweifel am Gelingen der »Energiewende« nicht wieder ein Fenster für eine Neuaufnahme der Diskussion öffnet. Wie könnte diese Diskussion von Kernkraft-Befürwortern in Zukunft geführt werden? Einige Beobachtungen und Vorschläge. Weiterlesen

Braucht das Leben Strahlung?

Gastbeitrag von Dr. Klaus-Dieter Humpich

Dieser Beitrag ist eine von Rainer Klute überarbeitete Fassung des ursprünglich bei nukeKlaus.de erschienenen Artikels.

Die Erkenntnisse über die Wirkung niedriger Strahlungsdosen schreiten immer weiter voran. Die radikalste Fragestellung ist dabei die Frage nach dem Verhalten von Zellen bei Abwesenheit von ionisierender Strahlung. Die Ergebnisse sind verblüffend. Aber der Reihe nach … Weiterlesen

Die Endlagerung: ein von der Politik geschaffenes Scheinproblem

Gastbeitrag von Dr. Lutz Niemann

In jeder Diskussion rund um die Kernenergie kommt irgendwann der Einwand nach der ungelösten Endlagerfrage. Nun handelt es sich bei Deutschlands Ausstieg aus seiner gesicherten Stromversorgung um ein politisches Unterfangen, und in der Politik geht es um Stimmenfang für die nächste Wahl, nur der beste Mundwerker gewinnt. Zum Verständnis der Dinge zur Kernenergie und Endlagerung braucht man Kenntnisse in Physik, Strahlenbiologie, politische Verführungskunst. Das »Problem« der Endlagerung ist kein reales Problem, es ist ein politisches »Problem« und wurde künstlich geschaffen. Der sachlich unkundige Bürger schließt durch das Wort »Problem« auf Gefahren, es entsteht Angst und Verwirrung, die von politischer Seite zu eigenen Zwecken genutzt wird. Weiterlesen

Grafenrheinfeld: Wiedersehen mit dem KKG

Die Historikerin Dr. Anna Veronika Wendland arbeitet im Rahmen eines Forschungsprojekts in verschiedenen Kernkraftwerken, zuletzt im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld. Dr. Wendland berichtet darüber auf ihrer Facebook-Seite. Wir veröffentlichen hier einen Auszug. Weiterlesen

Impact Erneuerbarer Energien in die Biosphäre

Gastbeitrag von Rainer A. Stawarz

Welche Auswirkungen auf die Biosphäre haben eigentlich die Erneuerbaren Energien? Das will ich hier genauer untersuchen und zwar in Form folgender Rechenaufgabe:

Aufgabe: Man berechne den Impact der Erneuerbaren Energien in die Biosphäre!

Dem Leser ist wohl sofort klar, dass eine solche Aufgabe nicht unmittelbar und durch eine kompakte Gleichung zu beantworten ist. Ja, und was ist eigentlich der »Impact in die Biosphäre«? Wie können wir so etwas messen?

Quelle: www.fortschrittinfreiheit.de

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Kohlendioxid

Dieser Beitrag ist eine modifizierte Fassung eines Artikels auf meinem Blog “Straßen aus Protactinium”.

Kristallstruktur von gefrorenem Kohlendioxid (Quelle: Wikipedia)

Immer wieder entstehen Diskussionen um fossile Kohlenwasserstoffe als Energiequelle, vor allem darum, ob ihre Nutzung einen Einfluss auf das Erdklima hat. Es ist bemerkenswert, dass so gut wie alle, die dies bejahen, von vorwiegend negativen Effekten ausgehen: Der Meeresspiegel könnte steigen, Hitze- und Dürrewellen zuschlagen, Taifune stärker und häufiger auftreten. Kaum jemand, der den anthropogenen Klimawandel als real ansieht, nimmt an, dass die Folgen auch positiv sein könnten: Es wäre beispielsweise denkbar, dass dann auch arktische und subarktische Gebiete in Kanada und Russland für die Landwirtschaft nutzbar werden, zum einen wegen wärmerer Temperaturen und stärkerer Niederschläge, zum anderen da Pflanzen nachweislich besser wachsen, wenn sie mehr Kohlendioxid zur Verfügung gestellt bekommen. Gärtner fluten Gewächshäuser zuweilen mit Kohlendioxid, um ihre Ernteerträge zu steigern.

Ich sehe die Diskussion um den anthropogenen Klimawandel als bestenfalls akademisch an. Ob es ihn gibt oder nicht ist für das zukünftige Fortschreiten der Menschheit irrelevant. Das möchte ich nun begründen.
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Knapp jenseits der Grenze

Kommentar von Dr. Anna Veronika Wendland

Nichts ist schlimmer für die Deutschen als ein Kernkraftwerk jenseits der Grenze, das man nicht abschalten kann, auch wenn es von Zeit zu Zeit gegen eigene Netzinstabilitäten aushilft. Und deswegen holt der sogenannt »linke« WDR mit dem Beitrag »Die ausgeblendete Gefahr« der Autorin Silvia Andler den ökonationalistischen Knüppel raus.

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Es ist alles viel komplizierter – Historiker und Kernenergie

Gastbeitrag von Dr. Anna Veronika Wendland

Vorgestern bei einem Workshop über »Industrieunfälle im 20. Jahrhundert« habe ich mal wieder gemerkt, an welche Grenzen die Historiker stoßen, wenn sie über die Kerntechnik raisonnieren.

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Abschied vom Kernkraftwerk Grafenrheinfeld: Eine Außensicht

Gastbeitrag von Dr. Anna Veronika Wendland

Am 27. Juni ist es soweit. Das fränkische Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG) geht nach einer längeren Phase des Streckbetriebs vom Netz, »das Feuer geht langsam aus«, wie die Lokalpresse kommentierte. Die Main-Post schaltet einen Countdown über die letzten Tage, in denen das Kraftwerk noch Strom produziert, und in Schweinfurt hat man das »Abschaltfest« bereits gefeiert, ohne aufs Abschalten gewartet zu haben. Eine Mischung aus Voyeurismus und Schadenfreude dominiert in der Öffentlichkeit, während mehrere schlichte Tatsachen nicht zur Sprache kommen: dass hier über 30 Jahre lang mit größtenteils phantastischen Verfügbarkeitsraten störfallfrei und klimafreundlich Strom produziert wurde, und dass an diesem Kernreaktor nicht nur Turbosatz, Maschinentrafos und Hochspannungsleitungen hängen, sondern auch Menschen, Biographien, Kreativität, harte Arbeit, und, ja, auch regionale Identitäten.

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