Die Wolke von Tihange – und was dahinter steckt

Von Dr. Anna Veronika Wendland

Grafik: Sogenannte »GAU-Simulation« des Kernkraftwerks Tihange. Quelle: Der Spiegel

Grafik: Sogenannte »GAU-Simulation« des Kernkraftwerks Tihange. Quelle: Der SPIEGEL

Der Sommer kommt und mit ihm das Sommerloch, in das der SPIEGEL natürlich irgend etwas einfüllen muss. Da der Schulz-Zug ohne Dampf auf offener Strecke steht, und sich an die Daily Trump inzwischen alle gewöhnt haben, füllt man das Loch mit einem Aufreger, der die Deutschen zuverlässiger auf Trab bringt als IS und Al Qaida zusammengenommen: die »Atomwolke« und der Dauerbrenner »marode belgische Kernkraftwerke« mit »neuen Rissen«. Doch was ist dran an der neuen Runde Panikmache rund um Tihange 2? Hier unser sachlich-kritisches Update.

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»Warum pro Kernenergie?« – Eine etwas andere Fragestellung

Gastbeitrag von Rainer A. Stawarz

Beloyarsk_NNP3

Kernkraftwerk Belojarsk (Белоярская АЭС).
Der Reaktorblock 4 ist ausgestattet mit einem schnellen Brutreaktor vom Typ BN-800, der nicht-spaltbare Nuklide aus Kernwaffen bzw. aus Abfall herkömmlicher Reaktoren verbrennt.
Quelle © Nucleopedia

Genauso wie wohl jeder Befürworter friedlicher Nutzung von Kernenergie werde ich häufig gefragt, wie ich denn »für die Atomkraft« sein kann und das angesichts von Fukushima, Tschernobyl etc. Meine Geduld reicht im Normalfall durchaus dafür aus, auf diese »Argumente« – so platt sie im Einzelnen sein mögen – peu à peu und sehr differenziert einzugehen. Weiterlesen

Nachgerechnet: Ist der Super-GAU bezahlbar?

Bis zu 430 Mrd. Euro kostet ein Super-GAU laut FÖS-Studie.

Ein Super-GAU koste bis zu 430 Milliarden Euro und sei durch die bestehende Haftungs- und Deckungsvorsorge nicht abgedeckt, sagt eine kürzlich erschienene Studie. Selbst wenn die Summe stimmen sollte: Ist so etwas überhaupt bezahlbar? Eine Überschlagsrechnung zeigt: Ja, kein Problem. Weiterlesen

Von Mannheim nach Curiepolis (Vortrag zum Download)

Die Jahrestagung technikfreundlicher Vereine fand in diesem Jahr vom 29. bis zum 30. Oktober in Mannheim statt; auch die Nuklearia war dabei und trug mit gleich drei Vorträgen zur Veranstaltung bei, nämlich »Naturschutz und Kernenergie« (Rainer Klute), »Das Leben der Anderen« (Dr. Anna Veronika Wendland) und »Kernenergie und Raumfahrt« (Fabian Herrmann). Der Nuklearia e. V. kombinierte die Tagung zugleich mit ihrer jährlichen Mitgliederversammlung und wählte einen neuen Vorstand für die nächsten drei Jahre. Weiterlesen

Neue Energie – Warum eine echte Energiewende Widerspruch braucht

Von Dr. Anna Veronika Wendland

Die Energiewende offenbart jeden Tag ihre Schwächen, aber Politiker und politiknahe Experten raunen das Mantra von der Alternativlosigkeit. Kritik gilt nach wie vor als Tabubruch. Energie-Dissidenten werden in außerparlamentarische Foren und Anti-Mainstream-Publikationen verdrängt. Wer eine moderne Kerntechnik für eine Lösung und nicht für ein Problem hält, wird für dumm erklärt – oder Schlimmeres. Dieser Beitrag ist eine Polemik, aber auch ein Plädoyer für eine Neuaufstellung der Diskussion und ein Lob der Neinsager. Kritik und Gegen-Expertise sind Grundvoraussetzungen gelingender Entscheidungs- und Planungsprozesse. Keine Entscheidung ist alternativlos, und keine Geschichte ist zu Ende, weil die Regierung es so will. Noch ist es nicht zu spät für eine Generalrevision der Energiewende.

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Neuer Kernstrom-Tarif am deutschen Strommarkt – Bonus für Nuklearia-Mitglieder

Reine Atomstrom-Angebote sind in Deutschland selten. Nachdem die Maxenergy GmbH ihren »Maxatomstrom« nicht mehr aktiv vermarktet, bietet nun Enermy, eine Tochter der Schweizer Gaiem GD AG, einen solchen Tarif an. Mit ungewöhnlichen Produkten betrat das noch junge Unternehmen den deutschen Strommarkt: windkraftfreie Elektrizität für Vogelfreunde, »Frauenpower« von Kraftwerksunternehmen mit weiblichen Chefs – und Strom aus Kernkraftwerken, genauer: aus den Schweizer Kernkraftwerken Gösgen und Leibstadt.

Stromkunden, die etwas gegen CO2- und Schadstoffemissionen aus Kohlekraftwerken tun möchten, dürften dieses Angebot begrüßen. Im Bundesdurchschnitt sei die Energie um 150 Euro günstiger als der Grundversorger, und die Stiftung Warentest bescheinige dem Angebot faire Vertragsbedingungen, so das Unternehmen.

Mitglieder des Nuklearia e. V. erhalten beim Wechsel zu Enermy Kernstrom einen Bonus von 40 Euro gutgeschrieben. Wer noch kein Nuklearia-Mitglied ist, kann es werden: Hier gibt es dazu nähere Informationen.

Es wäre zweifellos eine gute Sache, wenn sich Verbraucher zum Umdenken und zum Umstieg auf umweltfreundliche Kernenergie animieren ließen. Vielleicht kommen sogar noch weitere Versorger auf den Gedanken, Kernkrafttarife anzubieten.

Kernstromangebote in Deutschland:

Atomhörnchen liest „Die Wolke“ – offener Brief an Gudrun Pausewang

„Were you forced to read ‚Die Wolke‘ in school?“ – dies fragte ein britischer Twitter-User und Kernenergiefreund einmal besorgt einen Deutschen.

Das Buch „Die Wolke“ von Gudrun Pausewang scheint in Pro-Kernenergie-Kreisen als eine Art Monster angesehen zu werden: „Da gibt es doch dieses schreckliche Buch aus Deutschland…“; „…dieses entsetzliche Buch, das Kinder verstört und fanatisiert!“ – solche Aussagen bekommt man zuweilen zu hören. Es entsteht mithin der Eindruck, dass es sich um eine Art „Grünes Necronomicon“ handeln müsse.

Ich musste die „Wolke“ nicht in der Schule lesen, aber ein Klassenkamerad von mir stellte das Buch in der achten Klasse im Deutschunterricht vor. Der Lehrer bemerkte, dass das Thema – ein Reaktorunfall in Deutschland mit katastrophalen Auswirkungen – ihm Angst einflöße.

Was mochte das nur für ein seltsames Buch sein, das die Emotionen der Menschen derart in Wallung versetzte?! Ich beschloss, den Dingen auf den Grund zu gehen: Ich entlieh „Die Wolke“ aus der Bibliothek, las es… und schrieb eine Rezension – oder vielmehr einen offenen Brief – oder endlich eine Rezension in Briefform!

 

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Grüne Bundestagsfraktion: Wissenschaft unerwünscht

Gastbeitrag von Jan-Christian Lewitz

Am 11. Juli 2016 fand im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages ein sogenanntes Fachgespräch der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen statt. Thema: »Forschungsreaktoren in Deutschland – Probleme und Herausforderungen«. Diplom-Physiker Jan-Christian Lewitz war mit seinem kerntechnischen Fachwissen dabei. Hier sein Bericht.

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Nicht ohne mein Kernkraftwerk

Von Dr. Anna Veronika Wendland

Dieser Beitrag ist eine erweiterte Fassung eines zuvor in der F.A.Z. erschienenen Artikels.

Im östlichen Europa schaut man mit Unverständnis auf die deutsche Energiewende – und setzt auf die Kernenergie als Rückgrat der Stromversorgung. Moderne Leistungsreaktoren aus Russland gehören heute weltweit zu den Technologieführern und lösen somit die deutschen Anlagen ab, die lange Zeit als Goldstandard der Sicherheitstechnik galten.

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