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Reaktivierung deutscher Kernkraftwerke wirtschaftlich sinnvoll: Neuer Bericht

Die Reaktivierung deutscher Kernkraftwerke ist technisch machbar und wirtschaftlich sinnvoll. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Bericht „Wiederinbetriebnahme deutscher Kernkraftwerke – Wirtschaftliche Tragfähigkeit und Ausblick“, den die Radiant Energy Group mit Unterstützung der Nuklearia und deutscher kerntechnischer Experten auf der Grundlage technischer Zustandsbewertungen sowie der Erfahrung aus internationalen Wiederinbetriebnahmen erstellt hat. Zusätzliches Gewicht erhält der Bericht dadurch, dass ehemalige Kernkraftwerksleiter ihn in einem Brief an die Bundesregierung referenzieren, in dem sie zur Wiederinbetriebnahme von Kernkraftwerken aufrufen.

Download des Berichts | Präsentationsveranstaltung am 14.7. | Über den Bericht

Da bei der Reaktivierung auf bestehende Teile der Anlagen und einen weiterhin bestehenden Personalstamm am Standort zurückgegriffen werden kann, ist die Reaktivierung sowohl wirtschaftlich als auch vom Zeitplan her höchst attraktiv – und zwar sowohl im Vergleich zu Neubauprojekten im Ausland als auch anderen Energiequellen. Die Reaktivierung modernisiert die Anlagen, sodass sie für Jahrzehnte weiteren Betriebs gerüstet sind. Die so erzielbaren Stromgestehungskosten sind so niedrig, dass eine Reaktivierung selbst ohne staatliche Unterstützung für Investoren attraktiv wäre, falls die Politik den Weg dafür frei macht. Es handelt sich dabei auch um Deutschlands beste Chance, der Industrie ohne Subventionsbedarf wieder international wettbewerbsfähige Strompreise zu bieten.

Die Entscheidung zur Reaktivierung sollte möglichst bald erfolgen sollte, um weitere Schäden an den Anlagen durch Rückbau zu vermeiden. Da aber selbst weiter zurückgebaute Anlagen noch für eine Wiederinbetriebnahme in Frage kommen, bleibt die Option dazu auch dann noch einige Jahre erhalten, falls sich der Entschluss zur Reaktivierung hinziehen sollte. Im Bericht wird davon ausgegangen, dass die Einstellung des Rückbaus und die Vorbereitung der Reaktivierung im Januar 2027 beginnt.
Das Gesamtpotential ist groß, bis zu 14 Anlagen können modernisiert und zum Teil sogar leistungsgesteigert werden. Dadurch kann die wertvolle Kompetenz zum Betrieb von Kernkraftwerken erhalten und Deutschland für die Nutzung zukünftiger Kerntechnologien vorbereitet werden. Egal ob es sich um den Neubau von Großreaktoren, SMRs oder gar Kernfusion handelt, sie alle profitieren von der wiederaufgebauten industriellen Basis, die bei der Reaktivierung von Kernkraftwerken entsteht.

Die Schätzungen für Kosten und Zeitplan bauen auf einer Zustandserhebung der deutschen Kernkraftwerke auf. Die Tabelle gibt eine stark vereinfachte Zusammenfassung der für die Berechnung von Kosten- und Zeitplan herangezogenen, detaillierten Erfassung des Rückbaustandes wieder.

Der Bericht zeigt klar, welches Potential in der Reaktivierung deutscher Kernkraftwerke liegt. Die Politik kann diese Chance für Deutschland nutzen, indem sie die Stromerzeugung mit Kernkraft wieder legalisiert und den reaktivierbaren Anlagen Bestandsschutz gibt.

Online-Präsentationsveranstaltung am Dienstag, dem 14. Juli 2026, um 18 Uhr.

Der Teilnahmelink wird einige Zeit vor der Veranstaltung hier verfügbar sein. Es präsentieren:
  • Madison Hilly, Hauptautorin
  • Noah Jakob Rettberg, Co-Autor und technischer Redakteur
  • Daniel Brand, Verantwortlicher für das Zeitplan- und Kostenmodell
  • Sascha Bechtel, Ingenieur und Unternehmer aus der Nuklearindustrie
  • Ulrich Gräber, Ingenieur und vormaliger Technik-Vorstand EnBW Kraftwerke und Vorstand Areva Deutschland

Über den Bericht

Der Bericht wurde von der Radiant Energy Group in Zusammenarbeit mit der Nuklearia erstellt. Hauptautorin ist Madison Hilly. Co-Autor und technischer Redakteur ist Noah Jakob Rettberg, stellvertretender Vorsitzender von Nuklearia, unterstützt durch zahlreiche weitere Nuklearia-Mitglieder und Industriekontakte. Der Bericht baut auf umfangreichen technischen Bewertungen, internationalen Erfahrungen mit Wiederinbetriebnahmen und aktuellen wirtschaftlichen Analysen auf.

4 Kommentare

  1. Sieht nach einer soliden technischer und wirtschaftlicher Analyse aus.
    Verkannt wird m. E. die rechtliche Unsicherheit. Sollte das Atomgesetz wieder geändert werden, wird es zu Klagen an den obersten Gerichten führen. Lokal wird es Klagen über den gesamten Instanzenweg geben. Vorsichtig geschätzt, wird es 10 Jahre bis zur höchstrichterlichen Entscheidung brauchen. Man wird abschließend feststellen, dass das technische Regelwerk in Deutschland total überaltert ist und überarbeitet werden muss. Das wird weitere 5 Jahre dauern. Eine parallele Entwicklung, KTA-Regelwerkerstellung parallel zum Bau wird es nie mehr geben. Erst nach diesen 15 Jahren, mit dann vorhandener Rechts- und Regelwerkssicherheit, könnte dann die Industrie starten. Da, wenn kein Rückbaustopp verfügt wird, sind die Rückbauten weitestgehend abgeschlossen.

  2. Die Analyse ist hervorragend. Aber sie dürfte nicht zielführend sein. Ein großer Teil der Bevölkerung hat Angst. Und u.a. deshalb kommt der politische Wille nicht zustande.
    Wenn der Umstieg auf die “erneuerbaren” Energien nicht hinreichend gelingt, ist der industrielle Abstieg Deutschlands sicher.
    Ich persönlich würde mir von einem neuen Einstieg Deutschlands in die Kernenergie mehr versprechen: Ein Einstieg in eine andere Technologie, konkret die Salzschmelzen-Reaktor-Technologie. Da sollte Deutschland einen weltweiten Vorsprung erringen wollen!

  3. Endlich ein erneut leuchtender Hoffnungsschimmer am Horizont der deutschen Energieversorgung, welcher als deutliches (Strompreis-)Signal die zunehmende Deindustrialisierung vielleicht noch bremsen könnte.
    Stoßgebet: Möge der liebe Gott der deutschen Bundesregierung die Weisheit, sowie den nur Ihrem Gewissen verantwortlichen Abgeordneten des deutschen Bundestages die Erleuchtung eingeben, ein sofortiges KKW-Rückbau-Moratorium auszusprechen und das Atomgesetz kurzfristig von allen Verhinderungsparagrafen zu befreien.

  4. Vielen Dank für diese ausführliche, sachliche, und vor allem ehrliche, Arbeit!
    Mit der Qualität dieser Publikation könnte man sich schon an ein wissenschaftliche Fachzeitschriften herantrauen. Wäre das was?

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