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Fachleute erklären den Atomausstieg für reversibel und widersprechen Friedrich Merz

Kernkraft kommt wieder


Am 10. März erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz, dass er den Beschluss zum Atomausstieg zwar bedauere, dieser aber »irreversibel« sei.

Dieser Aussage widersprechen nun erfahrene kerntechnische Experten in einem offenen Brief an den Bundeskanzler und die deutsche Öffentlichkeit, der auf der Webseite der Nuklearia veröffentlicht wurde. Darin erklären sie: »Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, wir haben eine klare Botschaft: Die Instandsetzung und Reaktivierung der deutschen Kernkraftwerke ist möglich. Der Atomausstieg ist von technischer und wirtschaftlicher Seite keinesfalls irreversibel!«

So bestätigen sie auch die Forderung von Jens Spahn (CDU) nach einer gesellschaftlichen Debatte über einen Wiedereinstieg in die Kernkraft vom 15. April.

Mit Hinblick auf die wirtschaftliche Seite und die zukünftige Nutzung von Kerntechnologien äußern sie: »Die Reaktivierung der abgeschalteten Kernkraftwerke ist wegen des vorhandenen Guthabens [an Kraftwerkstechnik und Belegschaft am Standort; Anm. d. Nuklearia] deutlich günstiger und schneller als der Neubau von Reaktoren. Der Erhalt der Erfahrung von Industrie und Belegschaft ist außerdem die Grundlage dafür, dass Deutschland zukünftige Nukleartechnologien wie SMRs, Reaktoren der sogenannten vierten Generation oder Fusion erfolgreich nutzen kann. Es darf keinesfalls zu einem Erfahrungsabriss kommen, der jeden späteren Wiedereinstieg zu einem Kaltstart machen würde!«

Damit verdeutlichen sie die Wichtigkeit des Erhalts der bestehenden Infrastruktur für die deutsche Anschlussfähigkeit bei neuen Technologien aus dem Bereich der Kernkraft, deren Nutzung und Erforschung in Deutschland unter anderem der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im März forderte.

Die Autoren des offenen Briefs haben gemeinsam mehrere Jahrzehnte Erfahrung als leitende Angestellte und Kraftwerksleiter in Kernkraftwerken und den technischen Zentralabteilungen der ehemaligen Betreiber. Die Namen der Autoren sind der Nuklearia bekannt, werden aber auf ihren Wunsch nicht veröffentlicht, um ihre freie, fachliche Einschätzung der Lage ohne Rücksicht auf die Firmenpolitik der aktuellen und früheren Arbeitgeber zu ermöglichen. Gerne verbinden wir Sie für Hintergrundinformationen mit den Autoren oder vermitteln Experten aus der Branche, denen eine öffentliche Äußerung möglich ist.

Anmerkung: Ein Report der Radiant Energy Group aus dem Mai 2025 gibt eine Übersicht über die Reaktivierungsoptionen bei deutschen Kernkraftwerken. Eine Aktualisierung unter Beteiligung von Nuklearia-Mitgliedern wird gerade finalisiert und im Mai 2026 erscheinen. Auf Anfrage kann bereits jetzt eine Vorabversion zur Verfügung gestellt werden.

Foto: Nuklearia

Über die Nuklearia

Die Nuklearia ist ein gemeinnütziger, industrie- und parteiunabhängiger Verein. Sie setzt sich faktenbasiert für Kernkraft als Grundpfeiler einer sauberen und sicheren Energieversorgung ein. Das Ziel: Natur und Klima schützen, Wirtschaft und Wohlstand bewahren.

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