Nuklearia stellt heute den neuen Bericht „Wiederinbetriebnahme deutscher Kernkraftwerke – Wirtschaftliche Tragfähigkeit und Ausblick“ der Radiant Energy Group der deutschen Öffentlichkeit vor. Der Bericht entstand unter maßgeblicher Mitwirkung deutscher kerntechnischer Fachleute aus dem Umfeld von Nuklearia. Als Co-Autor und technischer Redakteur wirkte der stellvertretende Vorsitzende Noah Jakob Rettberg an seiner Erstellung mit. Die Analyse liefert erstmals eine umfassende wirtschaftliche und technische Bewertung der Reaktivierungsoptionen deutscher Kernkraftwerke.
»Der deutsche Atomausstieg wurde als irreversibel bezeichnet, aber das stimmt nicht.«, erklärt Noah Jakob Rettberg. »Ob die Deindustrialisierung weiter fortschreitet oder Kernkraftwerke wieder bezahlbaren, verlässlichen und sauberen Strom liefern, ist eine Frage des politischen Willens. Denn wirtschaftlich und technisch ist die Wiederinbetriebnahme machbar und sinnvoll.«
Zu den wichtigsten Ergebnissen des Berichts zählen:
- Die fünf zuletzt abgeschalteten Kernkraftwerke könnten innerhalb von 41 bis 50 Monaten wieder ans Netz gehen.
- Die ersten Reaktoren könnten bereits ab 2031 wieder Strom erzeugen.
- Die Stromgestehungskosten der am besten geeigneten Anlagen liegen bei durchschnittlich rund 37 Euro pro Megawattstunde.
- Eine Mehrheit der Deutschen unterstützt den Erhalt der Kernenergie im Energiemix.
- Ein sofortiges Moratorium für den weiteren Rückbau würde die Handlungsoptionen Deutschlands erhalten.
Der Bericht bewertet insgesamt 14 deutsche Kernkraftwerke hinsichtlich ihres technischen Zustands, der Wiederinbetriebnahmekosten und realistischer Zeitpläne. Er kommt zu dem Schluss, dass Deutschland mit seinen bestehenden Anlagen deutlich schneller und kostengünstiger zusätzliche gesicherte Stromerzeugung bereitstellen kann, als durch den Neubau von Kernkraftwerken.
Zusätzliches Gewicht erhält der neue Bericht durch den am 25. Juni bekannt gewordenen Brief ehemaliger Kernkraftwerksleiter und weiterer kerntechnischer Experten an die Bundesregierung, in dem sie die Reaktivierung von Kernkraftwerken für machbar und sinnvoll erklären und den neuen Bericht referenzieren. Der Volltext des Briefes findet sich auf der Webseite der Nuklearia. Gerne stellen wir auf Anfrage das Original zur Verfügung oder verbinden mit den Unterzeichnern.
Das Vorwort für den Bericht zur Wiederinbetriebnahme stammt von Ulrich Gräber, dem ehemaligen Technikvorstand des Kernkraftwerksbetreibers EnBW Kraftwerke und der Kerntechnikfirma Areva Deutschland.
Der Bericht erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem die Diskussion über Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Industriestandort Deutschland neue Dynamik gewinnt. Aus Sicht der Nuklearia liefert die Analyse eine belastbare Grundlage für eine sachliche Neubewertung der Kernenergie.
Downloadlink für den vollständigen Bericht.
Über den Bericht
Der Bericht wurde von der Radiant Energy Group in Zusammenarbeit mit der Nuklearia erstellt. Hauptautorin ist Madison Hilly, Co-Autor und technischer Redakteur Noah Jakob Rettberg, stellvertretender Vorsitzender von Nuklearia. Der Bericht baut auf umfangreichen technischen Bewertungen, internationalen Erfahrungen mit Wiederinbetriebnahmen und aktuellen wirtschaftlichen Analysen auf.