Sind Kernkraftwerke wirklich teuer?

Kernkraftbefürworter werden in Diskussionen immer wieder auf die vermeintliche Nichtbezahlbarkeit der Kernkraftwerke angesprochen. Aber sind Kernkraftwerke wirklich zu teuer? Sind sie bei gleicher Leistungsfähigkeit teurer als zum Beispiel die Windkraft, die Befürworter der Energiewende gerne als Stütze dieser Energiewende bezeichnen?

Ich habe diese Aussage einem kleinen Faktencheck unterzogen, um diesen Mythos auszuräumen. Zuerst muss man allerdings ein paar Fakten sammeln, um die beiden Erzeugungsarten miteinander vergleichen zu können:

  1. Was kostet ein Kernkraftwerk der neuesten Generation?
    Nehmen wir hierzu das europäische Flaggschiff, den deutsch-französischen EPR, und schauen auf die Baukosten der Anlage, die als erste in Betrieb ging: der EPR in Taishan, China. Der Reaktor der Generation III+ mit 1.750 MW elektrischer Leistung hat eine Jahresverfügbarkeit von 90 Prozent. Der Bau dieser Anlage begann im Jahr 2009 und wurde aufgrund der Ereignisse in Fukushima im Jahr 2011 für zwei Jahre ausgesetzt. Bauverzögerungen sind ein großer Kostentreiber beim Bau von Kernkraftwerken, da das zur Finanzierung aufgenommene Kapital weiter verzinst werden muss und die Kosten auf der Baustelle weiterhin anfallen. In Betrieb ging die Anlage 2018. Die Baukosten beliefen sich laut https://www.power-technology.com/projects/taishan-nuclear-power-plant/ auf 8 Milliarden USD, was zu diesem Zeitpunkt circa 7,1 Milliarden € entsprach.
  2. Was kostet eine Windkraftanlage, die mit einer 90-Prozent-Verfügbarkeit wie der EPR aufwartet?
    Diese Frage muss in Etappen beantwortet werden. Zuerst einmal muss man wissen, dass die Verfügbarkeit von Windkraft an Land nur circa 20 Prozent beträgt (1.760 Volllaststunden im Jahr). Diese Werte nennt http://windmonitor.iee.fraunhofer.de/windmonitor_de/. Um 1 MW Kernkraftwerksleistung auf das Jahr betrachtet durch Windkraft zu ersetzten, muss man somit 5 MW Windkraft installieren. Das geht natürlich nur rein rechnerisch, nicht in der Praxis. Der Preis für 1 MW installierte Windkraft liegt bei 1,5 Millionen € gemäß den Angaben auf http://windmonitor.iee.fraunhofer.de/windmonitor_de/3_Onshore/5_betriebsergebnisse/3_investitionskosten/. Die Kosten dafür betragen 5 · 1,5 Millionen € = 7,5 Millionen €. Jetzt muss man natürlich noch die Verfügbarkeit von 90 Prozent gegenrechnen und landet somit bei 7,5 Millionen € · 0,9 = 6,75 Millionen €. Damit kostet eine (virtuelle) Windkraftanlage mit 1.750 MW Leistung bei 90 Prozent Verfügbarkeit also 6,75 Millionen Euro · 1750 = 11,8 Milliarden €.

Man sieht, dass Kernkraftwerke nicht billig sind. Die als Alternative genannte Windkraft ist allerdings deutlich teurer – und das, obwohl die Kosten für die notwendige Speichertechnik und den erforderlichen Netzausbau noch nicht mit betrachtet worden sind und die Standzeit einer Windkraftanlage nur circa 25 Jahre beträgt – danach muss die Anlage abgebaut und eine neue errichtet werden –, wogegen der EPR 60 – 80 Jahre lang 24×7 Strom produzieren wird.


Fotos: Kernkraftwerk Brunsbüttel (Vattenfall Europe Nuclear Energie), Kernkraftwerk Doel, Belgien (Rainer Reelfs), Grafik: Holger Senechal


Rainer Reelfs

Rainer Reelfs ist studierter Umweltverfahrenstechnik-Ingenieur und arbeitet seit 1995 in einem Unternehmen der Energieerzeugung. Im Zuge seiner beruflichen Tätigkeit hat er 3,5 Jahre für eine internationale NGO mit Sitz in Paris gearbeitet und weltweit die nukleare Sicherheit kerntechnischer Anlagen bewertet. Rainer ist Mitbegründer und stellvertretender Vorsitzender der Nuklearia und überzeugter Kernkraft-Befürworter.

44 Gedanken zu „Sind Kernkraftwerke wirklich teuer?

  1. Sehr geehrter Herr Reelfs,
    gut, dass Sie die Quellen angeben ;). Das finde ich redlich und ehrt Sie wirkllich. Auf der Seite von Windguard steht allerdings auch, dass die WEA die im Jahr 2018 installiert wurden, knapp 2800 Volllaststunden leisten werden. Das ist übirgens das gleiche Jahr aus dem die Zahlen für das Kernkraftwerk in China genommen sind So wird der Vergleich dann doch runder.
    Jetzt kommt Adam Riese und macht aus den 11,8 Milliarden im Dreisatz dann 8 Milliarden und der Unterschied ist plötzlich nur noch marginal.

    Ich will damit nicht sagen, dass Kernkraft teuer oder billig ist, sondern dass man mit den Zahlen vorsichtig sein muss dass es oft keine einfachen Lösungen gibt und dass die Leute sich selbst Gedanken machen sollen und nicht alles ünüberlegt nachplappern sollen.

  2. Da fehlen immer noch die Speicherkosten. Wie wir alle wissen, kann man sonst zufälligen Strom nicht mit stetiger Erzeugung aus Kernkraftwerken vergleichen.

    Lieber Herr Müller bitte nicht immer und immer wieder dieselben Äpfel-Birnen-Vergleiche.

  3. Sehr weit aus dem Fenster gelehnt und bei manchen Argumenten von Unkenntnis geprägt. Die Kritiker der Kernenergie blenden immer wieder Dinge aus, die vermeintlich nicht in ihr Gefüge passen.
    Was ist mit dem Flächenverbrauch für WK und SP? Warum gibt das das EEG? Wieviel Wald wurde abgeholzt? Wie werden die globalen Luftströmungen durch WK und SP beeinflußt?
    All das will keiner wahrhaben.
    Neu hinzukommt die Mikroplastik, der geheime Giftmüll.
    Einfach mal nachdenken.

  4. So so, der Herr Reelfs ist also in einem Unternehmen der Energiewirtschaft tätig.
    Dann müßte ihm aber die fulminante Dissertation des Gregor Czisch: Szenarien zur zukünftigen Stromversorgung
    Kostenoptimierte Variationen zur Versorgung
    Europas und seiner Nachbarn mit Strom aus
    erneuerbaren Energien
    bekannt sein. Die Diss ist inzwischen fast 15 Jahre alt und immer noch aktuell, allein die stark fallenden Kosten für PV Strom hat Czisch nicht gesehen. Jedenfalls hat er nachgewiesen auf welche Weise kpl Europa und angrenzend sehr leicht und sehr günstig mit Strom ohne Kohle, Öl und Atom versorgt werden können. Alle bisherigen Versuche ihn auseinanderzunehmen sind gescheitert. Man kann sich also immer noch an den Erkenntnissen Czischs orientieren. Das teure Atom wollen wir nicht und brauchen wir auch nicht.
    Im Übrigen ist ein Preis von Windstrom von z.B. 6€ct nicht subventioniert, es gibt lediglich die Pflicht den Strom zuvörderst abzunehmen und die Diff zum Börsenpreis auszugleichen. Am Rande sei noch auf die Tatsache hingewiesen, das es auch Onshore Standorte für Wind gibt mit etwa 90% Verfügbarkeit; westliches Marokko, Passatwindzone. Ich wage garnicht auszurechnen was die KwH dort kostet.

    • Lieber Herr Johannson,

      eine Studie kann gar nichts nachweisen, da eine Studie mit Annahmen arbeitet. Eine Studie muss somit in der Realität validiert werden.
      Solange aber gilt, dass ohne Speichertechnik eine Energiewende basierend auf Wind/Sonne technisch-physikalisch ausgeschlossen ist, diese Speichertechnik weder physisch vorhanden und auch nicht ökonomisch machbar ist, ist Czichs Studie wertlos.
      Die reine Verfügbarkeit von Wind bezieht sich nicht auf das “Drehen der Anlagen” sondern darauf, wie viel der technisch installierten Leistung am Ende produziert wird. Die Zahlen dazu habe ich genannt. Die sind valide.
      Bei den Produktionskosten von 6Cent pro kWh fehlen natürlich auch die Speicherkosten. Somit ist der Wert relative nutzlos und keine Vergleichsgöße zur Kernkraft.

    • @ Herr Johannson: Kleine Klarstellung: Der Abnahmezwang von Windstrom durch den Netzbetreiber – ob der Strom gerade gebraucht wird oder nicht – und die Entschädigung (Härteklause im EEG) der Betreiber für lieferbaren aber nicht gelieferten, weil nicht gebrauchten Windstrom in Höhe von 90% (ehemals bis zu 100%) der entgangenen Einnahmen stellt bereits eine Förderung (“Subvention”) dar, weil er dem Windkraftbetreiber das Absatzrisiko nimmt. Der Ausgleich der Differenz zwischen Börsenpreis und (höherer!) EEG-Garantievergütung ist ebenfalls eine Förderung (“Subventionierung”) der sogenannten “Erneuerbaren” also auch von Windstrom.

  5. Bei den Erneuerbaren müssen also noch die Kosten für Stromnetz und Speichertechnik obendrauf, bei Atomenergie aber keine für die Endlagerung und für eventuelle Unfälle? Für die “Endlagerung”, was in sich ein Witz ist bei den Halbwertszeiten, gibt es bisher keine Lösung, oder? Also unbezifferbar!? Was ein Unfall kostet wird auch schwierig zu beziffern, weil wie rechnet man ein Menschenleben auf? Lassen sie diese Kosten deswegen weg in Ihrer Milchmädchenrechnung?

    Tut mir leid, aber mit dieser Kostenargumentation überzeugen sie niemanden, dessen Logik ein Stückchen über Allgemeinplätze hinausgeht.

    Gruß!

    Ein Stachelschwein.

    • Die Endlagerung ansich ist per se kostenneutral. So ist es beim Giftmüll aus Erneuerbaren und auch beim Atommüll…Da der Giftmüll aus den Erneuerbaren aber keine Halbwertszeit hat, muss dieser im Gegensatz zum Atommüll wirklich für die Ewigkeit gelagert warden….
      Wie rechnet man ein Menschenleben auf?Stellen sie sich diese Frage eigentlich auch, für die um ein mehrfach höhrer Todeszahl durch die Erneuerbaren?

    • Die Halbwertszeit ist umgekehrt proportional zur Aktivität. Das heißt Material mit einer Halbwertszeit von Millionen von Jahren (wie z.B. Uran) ist relativ ungefährlich, weil es seine Energie über Millionen von Jahren verteilt, anstatt über wenige Jahre wie bei Material mit kurzer Halbwertszeit. Deshalb sind neue Brennstäbe auch nicht gefährlich, bevor sie in den Reaktor kommen.

      Nach der Nutzung im Reaktor ist das Material zwar Radioaktiv geworden, aber verantwortlich dafür sind Elemente mit einer kurzen Halbwertszeit. Die Halbwertszeit alleine ist daher ungeeignet um eine Aussage über die Sicherheit zu machen.

      Stattdessen könnte man sich angucken, nach welcher Zeitspanne die Radioaktivität wieder auf das ursprüngliche Niveau gesunken ist. Ich komme da auf etwa 3000 Jahre. https://www.world-nuclear.org/uploadedImages/org/info/Nuclear_Fuel_Cycle/activityhlw.gif
      So lange kann man den Atommüll sicher langern. Oder man kann den Atommüll als Brennstoff für neue Brutreaktoren verwenden. Das Risiko ist nicht größer als bei anderem nicht radioaktivem Giftmüll.

  6. Stichwort Herfa Neurone:
    Was fällt eigentlich jährlich in Deutschland an hochgiftigen Chemischen Stoffen an und was fällt an radioaktiven Stoffen aus den Kernkraftwerken an? Nur die hochgiftigen die endgelagert werden müssen. Wie ist das Verhältnis und was ist überhaupt ein Problem?
    Müssen wir nicht sogar Kernkraft, in welcher Art auch immer, machen weil es am ende Umweltschonender ist? Man siehe sich nur den Flächenverbrauch an.

    • Genaue Zahlen kann ich ihnen ad hoc nicht nennen.
      Die Mengen sind im Endeffekt aber egal, da man so oder so ein Endlager benötigt.

  7. „wogegen der EPR 60 – 80 Jahre lang 24×7 Strom produzieren wird.“

    Ach so bis zu 80 Jahre produziert ein AKW Strom
    “Selten so gelacht”

    • Sie dürfen gerne lachen-ich finde es phantatstisch. Gerade wenn man die mauen Verfügbarkeiten der Windkraft und PV als Vergleich hinzuzieht….

      • Sie dürfen gerne lachen, ich finde es phantastisch das man breites mit 60 bis 80 Jahren rechnen muss um nur ansatzweise auf die kWh Preise von PV-Anlagen und Windkraftanlagen zu kommen, wenn überhaupt.

        Strom aus Windkraft und Solaranlagen kostet, so die EEG-Ausschreibung ca. 4,5 bis ca. 6 Cent.
        https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2019/20190418_Ausschreibungen.html

        Selbst bei 80 Betriebsjahren kostet das kWh von einen neuen AKW mehr ca. 6 Cent.

        • Sie verwechseln gerade Baukosten, Stromgestehungskosten und subventionierte Preise miteinander.
          Nimmt man jetzt noch den Fakt, dass man Preise der Photovoltaik nur dann vergleichen kann, wenn man die Speicherkosten hinzuaddiert, bleibt die Aussage bestehen.

          Strom aus erneuerbaren Energien ist zu teuer. Wäre das nicht der Fall, bräuchte man kein EEG. Eigentlich logisch oder?

          • Das war mal. Heute kommen selbst in Deutschland die ersten Anlagen ohne EEG aus und wir sind in sonnenreichen Ländern bereits bei 1-2 ct pro kWh.

          • Lieber Tuempeltaucher,

            diese Anlagen leben aber vom Einspeisevorrang. Sie können nicht bedarfsorientiert den Strom produzieren. Es braucht zwingend Speichertechnik. Dann sehen die Kosten natürlich ganz anders aus. Btw: PV im Kleinbereich (also der sogenannte Bürgerstrom) bekommt immer noch im Bereich 10Cent pro kWh.

          • Rainer Reelfs sagte am 2019-08-14 um 06:41 :
            „PV im Kleinbereich (also der sogenannte Bürgerstrom) bekommt immer noch im Bereich 10Cent pro kWh.“

            Das AKW in England bekommt ca. 12 Cent + 35 Jahre Einspeisevergütung + Staatsbürgschaften für die Darlehen + Inflationsausgleich.

  8. Problematisch finde ich den Vergleich der Baukosten in China mit denen in Deutschland.
    Ich glaube das geht nicht.
    Ebenso wird nur die Windkraft an Land berücksichtigt, die Mittlerweile aber kaum noch zugebaut wird.
    Was ist mit der Windkraft auf See ? Wie sähe der Vergleich da aus ?
    Ich hätte mir einen objektiveren Vergleich gewünscht, selbst wenn es nur die Baukosten betrifft.

    Und zu Giftmüll fällt mir spontan eher weniger ein Windrad ein. (Oder werden die dann auch irgendwann in kleine hübsche gelbe Fässer abgepackt?)

    • Ich kann schlecht einen Preis für Kernkraftwerke in Deutschland ansetzen, wenn in Deutschland der Bau verboten ist. Der genannte Preis für Kernkraft deckt sich aber mit den weltweiten Kosten für Druckwasserreaktoren der OPR1400 und WWER1200 Baureihen. Die Annahmen sind somit solide. Wenn sie bessere Zahlen haben, dürfen sie die gerne liefern.

      Offshore Windenergie ist im Bau (und auch in der Wartung und Betrieb) deutlich teurer.Somit sind Onshore Anlagen der ‘billigere Fall’.

      Der Giftmüll aus den Erneuerbaren wird auch in Fässer gepackt.Die sind allerdings nicht gelb.Stimmt. Das ist im Endlager aber egal.

      • Rainer Reelfs sagte am 2019-07-14 um 12:48 :
        „Der Giftmüll aus den Erneuerbaren wird auch in Fässer gepackt.“

        Hallo Herr Rainer Reelfs,
        über welchen Giftmüll aus den Erneuerbaren reden Sie ?
        Über welche Mengen an Giftmüll aus den Erneuerbaren reden Sie ?

        • Im Lebenszyklus der Erneuerbaren fallen Gifte wie:
          *Dioxin
          *Tellur
          *Arsen
          *Cadmium
          *PCB
          *Furane
          *Quecksilber
          usw. an.
          Alles Stoffe die für die Ewigkeit von der Biosphäre ferngehalten werden müssen.

          Ob es sich dabei um 1000 Tonnen, 100000Tonnen oder mehr handelt, ist vollkommen irrelevant. Das Problem ist ein rein qualitatives. Kleiner Hinweis: das Endlager Herfa-Neurode in Nordhessen ist das größte der Welt. Googlen sie mal.

          • Rainer Reelfs sagte am 2019-07-19 um 17:58 :
            „Alles Stoffe die für die Ewigkeit von der Biosphäre ferngehalten werden müssen.“

            Wo sind den die Stoffe in monokristalline, als auch polykristalline Module enthalten ?

            Sagen wir mal Quecksilber ?
            Wo ist den Quecksilber bei monokristallinen, als auch polykristallinen Modulen verbaut ?

            Sagen wir mal Cadmium ?
            Wo ist den Cadmium bei monokristallinen, als auch polykristallinen Modulen verbaut und das sind ca. 95 % aller eingesetzten PV-Module ?

            Sagen wir mal Tellur ?
            Die Häufigkeit entspricht ungefähr der von Gold da können keine großartigen Mengen in den PV-Modulen verbaut sein.
            Die Weltjahresproduktion von Tellur liegt bei unter 500 Tonnen.
            Tellur wird bei der Dünnschicht-PV-Modulen eingesetzt, nur Dünnschicht-PV-Module spielen aber keine Rolle beim weltweiten Solar-Boom.

          • Herr Müller,

            es geht hier nicht ums Cherry-Picking. Grundsätzlich wurden und warden PV Module verbaut, die Cd/Te dotiert sind. Nicht ausschleisslich aber sie warden verbaut…. Dioxinhaltige Aschen bleiben als Endprodukt bei der Verbrennung der GFK/CFK Flügel der Windkraftanlagen übrig.
            Aber das wissen sie alles-das haben wir ixmal diskutiert.

  9. Sind Kernkraftwerke wirklich teuer?

    Besser gesagt sind die kWh von Kernkraftwerken teuer ?

    Bei den neuen Kernkraftwerken stehen ca. 12 Cent/kWh auf der Rechnung in Europa.
    Bei neuen Windkraftanlagen und PV-Anlagen da kostet das kWh ca. 4,5 bis 6 Cent/kWh nach EEG-Ausschreibung.

    Das mit den 90% ist bei einer Kompilation aus Wind + PV auch kein Thema, so der DWD.

    https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/aktuelle_meldungen/180306/ertragsausfaelle_ee_pk_2018.html

    • Nun, das ist natürlich bereits auf den ersten Blick absolut unsinnig.Dunkelflauten sind aufgrund der Größe Europas ein Phänomen,welches großräunig aiftritt-allein im Sommer 2018 fiel die Windkraft über viele Tage Europaweit fast komplett aus…zeigen sie uns doch Mal einen Nachweis,der für Wind/Solar im Verbund eine 90%tige 24/7 Verfügbarkeit zeigt….

      Das Kostenthema stimmt für den UK.Allerdings werden da die Erneuerbaren genauso hoch subventioniert ohne 24/7 Grundlastfähig zu sein.Steht alles hier:

      https://www.gov.uk/government/publications/contracts-for-difference/contract-for-difference

      • Egal was man hin und her rechnet… die Erde zeigt uns immer wieder, dass wir es nur durch Verzicht in den Griff kriegen können!

        • Energiewende bedeutet definitiv Verzicht.Verzicht auf Wohlstand und Versorgungssicherheit.

          Mit Kernkraftwerken muss man auf beides nicht verzichten.

    • Interessant, dass sich der DWD nun auch noch mit Energieversorgung befasst…
      Die Prämissen der Untersuchung sind schon bemerkenswert: Man muss die Messlatte nur tief genug hängen, so dass sie sogar von den Erneuerbaren übersprungen werden kann. Der DWD ist überzeugt: 10% Strom über 2 Tage und dass so (un)zuverlässig wie eine Wetterprognose soll künftig also ausreichend sein?

  10. Also die Rechnung ist auf beiden Seiten ja nicht annähernd vollständig. Was ist mit variablen Kosten, Brennstoffkosten, Wartung und Instandhaltung. Entsorgungskosten, Speicherkosten, Netzanbindung, Personal, Rückbaukosten, Kosten für Endlagerung, Kosten für Ausgleichsmaßnahmen. Im Übrigen scheinen mir 2 bis 5% Eigenbedarf bei WEA etwas zu hoch. Sorry, wenn man schon sowas macht, dann bitte richtig

    • Es geht in der Betrachtung um die reinen Baukosten-und nicht um die Betriebskosten. Ob 2-5% realistisch sind? Haben sie valide Zahlen? Ich konnte das leider nur abschätzen, weil ich kein Zahlenmaterial dazu gefunden habe. Im Endeffekt ändert das an den Grundaussagen allerdings nichts.

      Die von ihnen genannten Posten, wie Brennstoffkosten, Wartung, Personal, Entsorgung usw.)werden über die Betriebskosten abgedeckt und sind Teil des Stromgestehungspreis.
      Die Betriebskosten der Anlagen sehen sie übrigens sehr gut an der Strombörse EEX. Hier warden die Kraftwerke entsprechend ihrer Erzeugerpreise in die Produktion genommen-oder auch nicht.
      Ein Sonderfall sind hier die sogenannten Erneuerbaren Energien (Wind, Solar, Biomasse). Diese nehmen via Festverrgütung und Einspeisevorrang nicht an der Preisbildung der Börse teil, sondern werden via WWG bezahlt.

      • Sie haben sich also auf die Zahlen beschränkt, die ihrer These dienen.
        Insbesondere die Aussage die Entsorgungs/Endlagerungkosten seien über die Betriebskosten gedeckt halte ich zudem für … mindestens irreführend. Die werden halt einfach der öffentlichen Hand übertragen.

        • Grundsätzlich werden in Deutschland ALLE Deponien vom Staat betrieben.Das ist per Gesetz so geregelt und festgelegt.
          Die Endlagerung des Abfalls aus den Kernkraftwerken lässt sich der Staat dennoch mit ca.25Mrd.€ (die auch bereits bezahlt sind) fürstlich bezahlen.
          Die Betreiber der Erneuerbaren Energien zahlen für die Endlagerung des im Lebenszyklus der Erneuerbaren Energien anfallenden Giftmüll dagegen?Nennen sie uns die Zahlen?

        • Rückbau- und Endlagerkosten für die Faserverbundstoffe havarierter Windräder und den Sondermüll verwitterter Solarpaneele? Sie haben recht, da kommt noch einiges an Folgekosten auf die Betreiber zu, was noch nirgends eingepreist ist. Wahrscheinlich gibt es in den nächsten 20 Jahren, wenn die Anlagen abgeschrieben sind und keine EEG-Umlage mehr bekommen, reihenweise Insolvenzen und der Dreck bleibt an der Allgemeinheit hängen. Es arbeitet halt nicht jeder so vorausschauend wie die Atomindustrie – die einzige Branche, die ihren gesamten Abfall sicher verpackt – sicher im Sinne von bombensicher, idiotensicher und chaotensicher, oder ist jemals bei einem CASTOR-Transport ein Transportbehälter durch gewaltbereite Demonstranten ernsthaft beschädigt worden?

          • Archophob sagte am 2019-07-13 um 22:03 :
            „Rückbau- und Endlagerkosten für die Faserverbundstoffe havarierter Windräder und den Sondermüll verwitterter Solarpaneele?“

            Die Deponierung der GFK-Mischstoffe ist verboten.

            Es gibt einige Firmen die GFK verwerten das ist heute bereits Stand der Technik.
            Wo glaube Sie den werden die GFK Reste aus dem Bootsbau, aus dem Fahrzeugbau oder aus der Luftfahrt entsorgt ?

            https://www.neocomp.eu/

            https://www.veolia.de/windenergieanlagen-recycling

            https://www.roth-international.de/recycling/rotorblaetter-recycling/

            Rotorblätter, die bei Altanlagen meist aus Glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) bestehen, können
            heutzutage der vollständigen Verwertung zugeführt werden.
            Norddeutschlands größter Baustoffhersteller, die Holcim AG, sorgt zum Beispiel mit seinem Tochterunternehmen Geocycle für eine nachhaltige
            Nutzung der „Flügel“: Im Zementwerk Lägerdorf werden diese zur Herstellung von Zementklinker
            verwendet.

            Die Firma neocomp ist Spezialist, wenn es um die fachgerechte Entsorgung von Glasfaserverstärkten Kunststoffen geht.
            Das Unternehmen bietet eine 100 prozentige Verwertungsgarantie.
            So wird aus Ihren GFK-Abfällen in unserer Aufbereitungsanlage ein hochwertiges Substitut für die Zementindustrie, das sowohl Energie als auch Rohstoffe (SiO2) liefert.

    • Diese Kosten sind alle Teil der Betriebskosten und im Stromerzeugungspreis enthalten.
      Bei meiner einfachen Rechnung geht es nur um die reinen Baukosten der Anlagen.

  11. Der Preis des finnischen EPR liegt mittlerweile bei fast 9 Milliarden Euro: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Olkiluoto#Bauzeit_und_Kosten

    Der Preis des chinesischen EPR liegt hingegen angeblich bei nur 4 Milliarden Euro pro Block. https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Taishan

    Statt die Kosten der KKWs zu beschönigen, würde ich eher darauf eingehen, dass das Pilotprojekte sind.

    Den unbedingt nötigen Speicher bei Erneuerbaren wegzulassen, finde ich außerdem wenig hilfreich.

    • Der EPR ist Olkiluoto ist eine sogenannte FOK “First of a Kind” in einem sehr schwierigen Genehmigungsumfeld. Der Grossteil der Kostenexplosion resultiert aus den Bauverzögerungen…das muss und wird in Zukunft besser warden.
      Bezgl. Speicherkosten: Meine Beispielsrechnung soll nur mit der Mär aufräumen, dass die erneuerbaren Energien billig seien.Das sind sie nun mal im Vergleich nicht.

  12. Mehrere Anmerkungen, die zu einem hoffentlich verbesserten Ergebnis führen.

    Für die Berechnung sollte eher die Nettoleistung von 1660 MW genutzt werden. Außerdem kann die Berechnung direkt mit 4,5 MW gerechnet werden. Der Preis ist mittlerweile auf 10,5 Milliarden € gestiegen.

    „Während der Betreiber ursprünglich Kosten von 14 Yuan pro Watt installierter Leistung angesetzt hatte, wurden die tatsächlichen Kosten der Reaktoren bereits 2017 auf etwa 22–23 Yuan pro Watt (2,8 bis 3 Euro/Watt) geschätzt. Insgesamt verfügen die Reaktoren über eine Bruttoleistung von zusammen 3500 MW (3,5 Mrd. Watt).“

    https://www.scmp.com/business/companies/article/2126529/cgn-powers-latest-project-delay-deals-another-blow-chinas-nuclear

    Der wichtig(st)e Punkt ist aber, dass die mittlerweile 10,5 Milliarden € die Kosten für beide Blöcke sind, der Preis für den ersten Block beträgt also nur 5,25 Milliarden €.

    • Ich habe hier extra nur mit den Bruttozahlen gerechnet, da a)auch die Windkraft einen Eigenbedarf für Kühlung der Maschinentechnik und Ölvorwärmung im Stillstand hat und man ausserdem diesen Eigenbedarf sehr schlecht mit Quellen bilanzieren kann. Er dürfte aber auch bei ca.2-5% der installierten Leistung liegen. Somit hat das b)nur wenig bis gar keinen Einfluss auf die einfache Vergleichsrechnung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Solve : *
26 ⁄ 13 =