Neuer Kernstrom-Tarif am deutschen Strommarkt – Bonus für Nuklearia-Mitglieder

Reine Atomstrom-Angebote sind in Deutschland selten. Nachdem die Maxenergy GmbH ihren »Maxatomstrom« nicht mehr aktiv vermarktet, bietet nun Enermy, eine Tochter der Schweizer Gaiem GD AG, einen solchen Tarif an. Mit ungewöhnlichen Produkten betrat das noch junge Unternehmen den deutschen Strommarkt: windkraftfreie Elektrizität für Vogelfreunde, »Frauenpower« von Kraftwerksunternehmen mit weiblichen Chefs – und Strom aus Kernkraftwerken, genauer: aus den Schweizer Kernkraftwerken Gösgen und Leibstadt.

Stromkunden, die etwas gegen CO2- und Schadstoffemissionen aus Kohlekraftwerken tun möchten, dürften dieses Angebot begrüßen. Im Bundesdurchschnitt sei die Energie um 150 Euro günstiger als der Grundversorger, und die Stiftung Warentest bescheinige dem Angebot faire Vertragsbedingungen, so das Unternehmen.

Mitglieder des Nuklearia e. V. erhalten beim Wechsel zu Enermy Kernstrom einen Bonus von 40 Euro gutgeschrieben. Wer noch kein Nuklearia-Mitglied ist, kann es werden: Hier gibt es dazu nähere Informationen.

Es wäre zweifellos eine gute Sache, wenn sich Verbraucher zum Umdenken und zum Umstieg auf umweltfreundliche Kernenergie animieren ließen. Vielleicht kommen sogar noch weitere Versorger auf den Gedanken, Kernkrafttarife anzubieten.

Kernstromangebote in Deutschland:

16 Gedanken zu „Neuer Kernstrom-Tarif am deutschen Strommarkt – Bonus für Nuklearia-Mitglieder

  1. Die 3500 kWh 100% „Atomstrom“ kosten im PLZ 83XXX, 1008 € im Jahr.
    Die 3500 kWh 100% „Grünstrom“ kosten im PLZ 83XXX, 943 € im Jahr.

    Na JA,

    da ist Atomstrom kein Schnäppchen würde ich mal sagen, das ist Ja das Recht zum Gelddrucken bei ca. 65 € Tifferenz.

    • Tja, leider wird auch auf Atomstrom die unselige Ökostromabgabe fällig, die sich die Grünstromproduzenten in die Tasche stecken. Also weg mit dem EEG! Dann sieht die Rechnung völlig anders aus.

  2. Also der AKW-Strom kostet (0,05 CHF/kWh) ca. 4,5 Cent/kWh und an der Strombörse kostet das kWh im Durchschnitt so um die 3 Cent, macht also für das AKW einen Verlust von ca. 1,5 Cent/kWh das kWh an der Strombörse in D zu verkauft.

    Der Atomstromkunde soll jetzt den Verlust begleichen, so verstehe ich das Angebot und die Preisgestaltung von Enermy Kernstrom, auch ein Geschäftsmodell mit Zukunft ?

    MfG

    • Kalkulation und Geschäftsmodell von Enermy kenne ich nicht, aber daß die hochsubventionierten Erneuerbaren den Strommarkt kaputtgemacht haben, ist ja nichts Neues. Warum können die EE eigentlich noch immer nicht auf eigenen Füßen stehen?

  3. Ok dann mal aufgeschlüsselt für 44135 Dortmund:
    für 3500kwh/12 Monaten ruft enermy in Summe 940,52€ auf darauf entfallen:
    21,84€ für den Messtsellenbetrieb / Ablesung
    240,80€ EEG-Umlage
    160,65€ Netzentgelte
    150,10€ Umsatzsteuer
    83,65€ Kozessionsabgabe
    71,75€ Stromsteuer
    16,21€ KWK-Umlage
    13,58€ §19-Umlage
    -0,98€ §17-Umlage
    0,21€ §18-Umlage
    Summe Abgaben / Steuern = 757,81€
    Für Stromeinkauf und Vertrieb bleiben dann: 182,71€
    Der Günstigste Anbieter auf Verivox ruft für den gleichen Ort / die gleiche Postleitzahl 801,61€ auf. Nur durch die geringere Umsatzsteuermenge auf den geringeren Gesamtpreis sind das bei Ihm Steuern und Abgaben in Summe von 735,7€. Damit bleibt Ihm für Stromeinkauf und Vertrieb 65,91€. Es scheint so als ob entweder der Atomstrom fast 3x so teuer ist oder der Atomstromanbieter enorme Verwaltungskosten hat.

    • Die Diskussion ist zwar bereits einige Wochen her, gerne möchten wir von enermy noch mehr Einblick in die angesprochenen Punkte geben.

      1) Details unserer Tarifkalkulation:

      Für die angesprochene PLZ 45135 kostet unser Tarif „Kernstrom“ aktuell 925,64€, hiervon entfallen auf

      – Netzentgelte (variabel) 160,65€
      – Netzentgelte (fix) 43,02€
      – EEG-Umlage 240,80€
      – Konzessionsabgabe 83,65€
      – KWK-Umlage 15,33€
      – NEV-Umlage 13,58€
      – Offshore-Umlage -0,98€
      – Umlage für Abschaltbare Lasten 0,21€
      – Stromsteuer 71,75€
      – Umsatzsteuer 147,68€

      Demnach verbleiben 149,95€ für Stromeinkauf, Vertrieb und Marge. Für den Stromeinkauf fallen im Jahresdurchschnitt rund 30€/MWh für uns an, da wir als recht kleines Unternehmen den Strom am Spotmarkt der Börse beschaffen. Dies resultiert in einem Kostenanteil von 105€. Wir denken, dass die verbleibenden 45€ für Vertrieb und Marge je Kunde ein angemessener Wert ist.

      2) Vergleichsanbieter bei verivox:

      Der günstigste Anbieter bei verivox mit gleichen Vertragskonditionen („Kriterien der Stiftung Warentest“) kostet aktuell 890€, ist also 35€ günstiger. Hier haben größere Unternehmen durchaus Kostenvorteile, vor allem im Stromeinkauf. Bedenkt man, dass verivox auch Prämien je gewonnenen Neukunden erhält, ist auch hier bereits fraglich, ob das Unternehmen eine positive Marge erzielt.
      Unternehmen, die etwa mit Bonuszahlungen noch deutlich günstiger sind, locken Kunden bewusst mit zunächst unrentablen Preisen. Zum einen subventionieren diese Unternehmen Kunden mit negativer Marge um nicht zu viele Kunden zu verlieren, zum anderen hoffen viele, dass die Kunden bei späteren Preisanpassungen nicht wieder wechseln um dann eine positive Marge zu erzielen.

      3) Vergleich mit Stromgestehungskosten:

      Der Vergleich mit den Stromgestehungskosten der Kernkraftwerke ist für unseren Tarif aktuell nicht zulässig, da wir – wie oben erwähnt – den Strom an der Börse beschaffen und über Herkunftsnachweise zertifizieren.
      Da Kernkraftwerksbetreiber den erzeugten Strom meist an der Strombörse zu den gültigen Marktpreisen verkaufen können, ist ein direkter Einkauf direkt beim Kernkraftwerksbetreiber zu günstigeren Konditionen schwierig. Wir hoffen aber, dass wir dies bei entsprechendem Wachstum realisieren können, und würden entsprechende Kostenvorteile dann auch an unsere Kunden weitergeben.

      Für weitere Fragen zu unserem Tarif stehen wir jeder Zeit zur Verfügung!

      Freundliche Grüße
      Ihr enermy Team

  4. 20% teurer als der günstigste Anbieter bei Verivox [1]. Sollte Nuklearstrom nicht günstiger sein als der Rest?

    [1]
    PLZ 53115
    ohne Boni
    nur Tarife die Verivox-Empfehlungen erfüllen

    • Leider müssen Verbraucher auch bei Atomstrom Ökostromumlage und Netzentgelte zahlen. Das ist es, was den Strom in Deutschland teuer macht. Wieviel welcher Tarif im Vergleich zu anderen kostet, hängt aber auch davon ab, in welchem Ort sich der Netzanschluß befindet. Daher fragen die Vergleichsportale nach der Postleitzahl.

      • Da ja alle Stromanbieter die gleichen Abgaben (Steuern, EEG-Umlage, Netzentgelte, Konzessionsabgabe etc…) an diesem Ort in gleicher Höhe fordern müssen, warum ist dann der reine Atomstrom 20% teurer?

        • Das Vergleichsportal Verivox erklärt das so: »Der individuelle Strompreis hängt hingegen vom Wohnort und dem aktuellen Stromanbieter ab. Denn je nach Wohnort schwanken die staatlich regulierten Netznutzungsentgelte deutlich. Daher ist für den Strompreisvergleich auch die Angabe der jeweiligen Postleitzahl so wichtig.«

          Die Abgaben sind also nicht überall gleich hoch.

          • Nochmal für das Verständnis: Wenn an einem X-beliebigen Ort – nehmen wir mal 44135 Dortmund – der reine Atomstrom 17% teurer ist als das günstigste Angebot auf Verivox für diesen Ort (nur empfolene Tarife) dann liegt das woran?

      • Nun, dadurch sollte er aber dennoch billiger sein wie der Rest wenn die Erzeugung billiger ist, nur das allgemeine Niverau wird um die gleichen Beträge in ct/kWh angehoben.

  5. Spitzenmäßig!
    Als aktiver Befürworter der Nuklearindutrie habe ich schon lange auf ein solches Angebot gewartet!

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