Unschlagbare Argumente
… für die beste Energiequelle der Welt
Kernkraft ist eine Schlüsseltechnologie moderner Industriegesellschaften, vergleichbar mit der Beherrschung des Feuers. Sie liefert Energie mit dem kleinsten ökologischen Fußabdruck und ermöglicht planbare, wettbewerbsfähige Strompreise. Die wichtigsten Argumente für Kernkraft findest du hier zusammengefasst.
Günstige und zuverlässige Energie ist das Fundament einer florierenden und lebenswerten Gesellschaft. Kernkraft bietet genau das. Strom aus Kernkraft ist günstig, weil Kernkraftwerke nur winzige Mengen an Kernbrennstoff brauchen, um sehr viel Wärme und Strom bereitzustellen. Deshalb sind die Betriebskosten von Kernkraftwerken im Vergleich zu Gas- und Kohlekraftwerken gering. Die deutschen Kernkraftwerke produzierten Strom zu Betriebskosten von knapp 2 Cent pro Kilowattstunde, wie der frühere Aufsichtsratschef des Betreibers E.ON, Karl-Ludwig Kley, 2024 bestätigte.
Die Investition in ein Kernkraftwerk verteilt sich auf eine außergewöhnlich lange Lebensdauer von sechs bis acht Jahrzehnten. Gut organisiert machen Rückbau und nukleare Entsorgung nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten einer Kilowattstunde aus. Beim
französischen Kernkraftwerkspark etwa sind es weniger als 0,5 Cent pro Kilowattstunde (CRE 2025).
Besonders günstig ist die Reaktivierung bestehender Kernkraftwerke: Da im Vergleich zum Neubau ein Großteil des Kraftwerks bereits vorhanden ist, bekämen wir so schnell und preiswert sauberen Strom.
Fact: Ein Kernreaktor liefert Wärme. Die kann in Kernkraftwerken zur Stromgewinnung, aber auch direkt als Fernwärme oder für industrielle Prozesse genutzt werden und so die Verbrennung fossiler Brennstoffe ersetzen.

Strom muss nicht nur produziert, sondern auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitgestellt werden. Kernkraftwerke produzieren Strom vorhersehbar und unabhängig von Wetter und Tageszeit. So sichern sie eine durchgehende Versorgung, ohne dass dazu teure Energiespeicher und Reservekraftwerke benötigt werden.
Windkraft und Solarenergie dagegen erzeugen Strom mit räumlichen und zeitlichen Schwankungen – mal zu viel, mal zu wenig, manchmal nur an der Küste. Das erfordert neben Speichern und Reservekraftwerken einen erheblichen Netzausbau, etwa durch milliardenteure Stromtrassen von der Nordseeküste bis nach Süddeutschland.
Kernkraftwerke hingegen können dort stehen, wo der Strom gebraucht wird. Sie fügen sich nahtlos in das bestehende Netz ein, in dem Regionen ihren Bedarf überwiegend mit kontinuierlich laufenden Kraftwerken selbst decken.
So senken Kernkraftwerke die Systemkosten, also die Kosten für Netze, Speicher und Reserve, die in den Erzeugungskosten eines Kraftwerks nicht enthalten sind.
Fact: Mehrere Kernkraftwerke wurden schon für 80 Jahre Betriebsdauer lizenziert. Durch dauernde Nachrüstung und Betriebserfahrung werden Kernkraftwerke über die Zeit immer produktiver und zuverlässiger.

Der Kernbrennstoff Uran hat eine extrem hohe Energiedichte und kann leicht gelagert werden. So können Energieversorger Vorräte für mehrere Jahre anlegen und Staaten strategische Reserven vorhalten.
Das ist ein großer Vorteil gegenüber Brennstoffen wie Erdgas und zukünftig Wasserstoff, die wir maximal
für einige Monate bevorraten können, wodurch Deutschland angreifbar wird.
Uran kann aus vielen Ländern bezogen werden, darunter Australien, Kasachstan und Kanada, die die größten bekannten Vorkommen beherbergen. Auch in Ländern der Europäischen Union gibt es förderbare Vorkommen.
Die Anreicherung des Urans und die Fertigung von Brennelementen finden auch heute noch in Deutschland für den Exportmarkt statt. Kernkraft macht uns flexibel und unabhängig – ein großer Vorteil in unsicheren Zeiten.
Fact: Nach der Beladung mit neuen Brennelementen kann ein Reaktor 12–24 Monate ohne Unterbrechung betrieben werden. Kohle-, Gas- und Wasserstoffkraftwerke dagegen müssen kontinuierlich mit neuem Brennstoff versorgt werden.

Kernkraft setzt über den gesamten Lebenszyklus nur sehr wenig klimaschädliche Emissionen frei: Laut Weltklimarat (IPCC) liegen die Emissionen von Kernkraftwerken bei 12 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. Für Windkraft kommt der IPCC auf ähnliche, für Solarenergie auf deutlich höhere Werte. Der Wert für Kernkraft ist ein Median aus 27 wissenschaftlichen Studien, also eine breite Auswertung des Forschungsstandes.
Schweden und Frankreich, die seit den 1970er Jahren konsequent auf Kernkraft setzen, gehören heute weltweit zu den Industrieländern mit dem geringsten CO2-Ausstoß. Beide Länder produzierten 2024 ihren Strom acht- bis zehnmal sauberer als Deutschland! Der Grund: Kernkraftwerke können den Strombedarf kontinuierlich decken, während Windkraft- und Solaranlagen bei Windstille und Dunkelheit durch Gas- und Kohlekraftwerke ersetzt werden müssen. Batteriespeicher helfen dabei nur wenige Stunden, selbst bei erheblichem weiteren Ausbau.
Fact: Kernkraft ist nicht völlig CO2-frei, weil beim Abbau des Urans sowie beim Bau der Anlagen Emissionen entstehen. Das gilt aber für andere Energiequellen ebenso: Auch für die Erneuerbaren werden Rohstoffe gebraucht, die aufwendig aus dem Boden geholt werden müssen, und ihre Herstellung verschlingt viel Energie. In den IPCC-Zahlen sind diese versteckten Emissionen schon enthalten.

Heutige Reaktoren können den nuklearen Brennstoff nur zu einem kleinen Teil nutzen. Der größte Teil – etwa 95 % – wird gar nicht gespalten, muss aber als Atommüll gelagert werden. Durch Abtrennung der weiter nutzbaren Bestandteile in Wiederaufarbeitungsanlagen wird daraus wieder neuer Brennstoff. Frankreich nutzt diese Technologie bereits industriell in Kombination mit seinen herkömmlichen Reaktoren. Noch besser kann wiederaufgearbeiteter Kernbrennstoff aber von sogenannten schnellen Reaktoren genutzt werden. Das ist keine Utopie: Russland betreibt seinen Schnellreaktor BN-800 seit 2020 mit Brennstoff aus wiederaufgearbeitetem Atommüll, seit 2022 sogar vollständig.
Weltweit werden heute neue Reaktorkonzepte entwickelt, die das gleiche Prinzip verfolgen und Atommüll als Brennstoff nutzen. Beispiele sind der natriumgekühlte Reaktor der US-Firma TerraPower oder der bleigekühlte Reaktor der italienisch-französischen Firma Newcleo. Indien hat 2026 seinen ersten großen Schnellreaktor angefahren.
Der verbleibende Abfall aus einem sogenannten geschlossenen Brennstoffkreislauf mit Schnellreaktoren braucht nicht mehr hunderttausende Jahre gelagert zu werden; wenige Jahrhunderte reichen. Was fehlt, ist der politische Wille, diese Möglichkeit mit Zuversicht anzugehen.
Fact: Würde man den hochaktiven Anteil des deutschen Atommülls zu einem Würfel stapeln, hätte dieser eine Kantenlänge von nur 30 Metern. Daraus könnten wir mit Wiederaufarbeitung und geeigneten Reaktoren noch Strom für Jahrhunderte gewinnen.

Nach den belastbarsten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist Kernkraft eine der sichersten Energiequellen. Tatsächlich rettet Kernkraft täglich Leben: durch saubere Luft und durch niedrige Energiepreise.
Feinstaub, wie er beim Verbrennen fossiler Brennstoffe entsteht, verursacht Atemwegs- und Gefäßerkrankungen. Kernkraft dagegen verbessert die Luftqualität dramatisch. Deshalb konnte die Kernkraft laut einer NASA-Studie von Kharecha und Hansen allein von 1971 bis 2009 weltweit etwa 1,8 Millionen vorzeitige Todesfälle verhindern.
Auch niedrige Energiepreise retten Leben, wie das Beispiel Japans zeigt: Japan stieg nach Fukushima abrupt aus der Kernkraft aus. Der Wechsel zu fossilen Brennstoffen verteuerte den japanischen Strom um bis zu 38 %. Viele Menschen mussten deshalb sparen und heizten weniger. Eine Studie stellte für die Jahre 2011 bis 2014 allein in den 21 größten Städten über 1200 zusätzliche Todesfälle fest, hochgerechnet auf ganz Japan mehr als 4500, die auf die hohen Energiepreise zurückgehen. In Europa wurde ein ähnlicher Effekt nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs festgestellt.
Auch die Medizin profitiert von der Kernkraft. In den CANDU-Reaktoren kanadischer Kernkraftwerke werden Radioisotope hergestellt, die zur Sterilisierung medizinischer Geräte und zur Krebsdiagnostik und -therapie eingesetzt werden.
Fact: Niedrige Energiepreise retten Leben: Dort, wo die europäischen Energiepreise im Krisenwinter 2022/23 am wenigsten anstiegen, gab es die wenigsten zusätzlichen Todesfälle.

Kernkraft ist mit ihrer planbaren und günstigen Stromproduktion die ideale Basis für andere, wetterabhängige Energiequellen.
Strom muss in jeder Sekunde bedarfsgerecht bereitgestellt werden, ansonsten droht ein Blackout. Solar- und Windkraft produzieren Strom jedoch schwankend, manchmal auch gar nicht. Deshalb sind zusätzlich Speicher, Backup-Kraftwerke und ein überaus leistungsfähiges Stromnetz nötig, um regionale Produktionsschwankungen auszugleichen. Ein solch kompliziertes System ist weder schnell noch günstig zu errichten, wenn es nicht auf einer verlässlichen und flexiblen Grundlage aufbauen kann – der Kernkraft.
Kernkraftwerke können flexibel auf Nachfrageänderungen oder Produktionsspitzen anderer Erzeuger reagieren. Denn entgegen häufig wiederholten Behauptungen sind Kernkraftwerke in einem breiten Leistungsbereich gut und schnell regelbar.
Fact: Im Jahr 2000 kam der deutsche Strom zu 30 % aus Kernkraft. Hätte Deutschland konsequent Kohle- statt Kernkraftwerke stillgelegt, hätten wir unser Emissionsziel für 2030 längst erreicht.

Kernkraftwerke sind die stärkste und effizienteste Energiequelle überhaupt. Das liegt am hochkonzentrierten Brennstoff: Die vollständige Spaltung von einem Kilogramm Uranatome setzt rund 2,8 Millionen Mal so viel Energie frei wie die Verbrennung von einem Kilogramm Steinkohle. Selbst heutige Reaktoren, die nur einen Bruchteil davon nutzen, holen noch rund 130 000-mal mehr heraus.
Schon heute ist Kernkraft daher die Energiequelle mit dem höchsten Erntefaktor (Energy Return on Investment, EROI). Das heißt: Für jede Energieeinheit, die man für Bau, Brennstoff, Unterhalt, Sicherheit und Rückbau eines Kernkraftwerks aufwendet, bekommt man sehr viel Energie zurück – man »erntet« etwa 75- bis 105-mal mehr, als man hineinsteckt (Weißbach et al. 2013). Fossile Kraftwerke haben nur einen Erntefaktor von 30. Die Ernte ist also weniger als halb so groß wie bei der Kernkraft. Für Solarenergie und Windkraft liegt der Erntefaktor sogar noch geringer. Entsprechend mehr Arbeit und Materialien muss man aufwenden, was letztlich auch die Umwelt beeinträchtigt. Schnelle Reaktoren der nächsten Generation versprechen, den Brennstoff noch besser zu nutzen als aktuelle Reaktoren. Das könnte die Effizienz und den Erntefaktor der Kernkraft noch weiter verbessern.
Fact: Ein Kohlekraftwerk braucht jeden Tag einen 2 Kilometer langen Güterzug mit Brennstoff. Für ein Kernkraftwerk reichen vier Lastwagen – einmal im Jahr.

Kernkraftwerke geben im Betrieb weder CO2 noch Luftschadstoffe an die Umgebung ab. Auch Solar- und Windkraft arbeiten emissionsfrei. Sie ziehen aber andere Umweltfolgen nach sich. Jeder kennt die gewaltigen Windparks, aber auch Solarkraftwerke werden immer größer, um durch Skaleneffekte die Kosten zu senken.
Die Energie, die uns Wind und Sonne zur Verfügung stellen, ist diffus über weite Flächen verteilt. Entsprechend groß und weit verteilt müssen die »Erntemaschinen« sein. Wir brauchen sehr viel Natur- und Landschaftsfläche, wenn wir unseren Energiebedarf zu einem großen Teil aus Sonne und Wind decken wollen. Wenige Kernkraftwerke reichen dagegen aus, um ein ganzes Land zu versorgen.
Weil der Brennstoffbedarf von Kernkraftwerken extrem gering ist, hält sich auch die Umweltbelastung durch den Uranabbau in Grenzen. Das gilt auch im Vergleich zu Windkraft und Solarenergie, für die über den gesamten Lebenszyklus mehr Bergbau betrieben werden muss (Breakthrough Institute: »Updated Mining Footprints and Raw Material Needs for Clean Energy«, 2024). Besonders umweltschonend ist das sogenannte In-situ-Leaching. Dafür wird eine Bohrung niedergebracht und eine Art Pumpstation eingerichtet, die das Uran aus dem Boden holt. Die Natur ringsum bleibt weitgehend unberührt. Heute wird das meiste Uran so gewonnen, 2024 waren es 55 % (World Nuclear Association).

Milliarden Menschen, vor allem in Afrika und Indien, werden in den kommenden Jahren und Jahrzehnten sehr viel mehr Strom brauchen als jetzt. Entwicklungsländer benötigen nicht nur elektrisches Licht, Kühlschränke, Waschmaschinen und medizinische Versorgung, sondern wollen eigene Industrien aufbauen. Dafür brauchen sie Energie. Deshalb verfeuern Entwicklungs- und Schwellenländer Erdöl und Kohle in großem Stil.
Mit Blick auf die Umwelt und den Klimawandel ist das fatal. Um die Klimaziele zu erreichen, wächst die Kernkraft in den Szenarien des Sechsten Sachstandsberichts des Weltklimarats (IPCC AR6 WGIII 2022, Tab. TS.2) bis 2050 im Mittel auf fast das Doppelte, in vielen Szenarien sogar auf das Drei- bis Vierfache. Reiche Industrieländer wie Deutschland sollten ärmeren Staaten jetzt helfen, jede CO2-arme Technik zu nutzen – auch die Kernkraft.
Von allen Energiequellen ist nur die Kernenergie in der Lage, Strom und Wärme zugleich zuverlässig, sauber und in großer Menge zu produzieren. Da sich Kernkraft relativ schnell ausbauen lässt, ist sie der Schlüssel für den steigenden Energiehunger der Welt.
Fact: Wir brauchen mehr Strom zur Armutsbekämpfung, aber auch für die Elektrifizierung der entwickelten Volkswirtschaften. Die Internationale Energieagentur erwartet deshalb bis 2030 ein Wachstum des weltweiten Strombedarfs um 3,6 % pro Jahr, anderthalbmal so schnell wie im Jahrzehnt zuvor.

2020 ging, nach nur 8 Jahren Bauzeit, der erste Block des Kernkraftwerks Barakah in den Vereinigten Arabischen Emiraten ans Netz. 2024 wurde der vierte Block durch den Lieferanten Südkorea fertiggestellt. Seitdem liefert Barakah rund ein Viertel des Stroms der Emirate und rund drei Viertel ihres emissionsarmen Stroms. China stellt Kernkraftwerke der modernen Generation III routiniert in 5 bis 6 Jahren fertig; Japan hat Reaktoren der Baulinie ABWR sogar in weniger als 4 Jahren bis zum Netzanschluss gebracht.
Wer Erfahrung im Bau von Kernkraftwerken hat, kann solche Anlagen also in wenigen Jahren fertigstellen. Auch Frankreich und Deutschland haben das in den 1970er und 1980er Jahren gekonnt und können es wieder lernen. In Europa und den USA gingen 2023 und 2024 die Referenzanlagen für den europäischen Druckwasserreaktor EPR und den amerikanischen AP1000 in Betrieb. Auch wenn es bei deren Bau wegen verlorener Erfahrung Verzögerungen gab, gibt es nun moderne, getestete Designs, die bereit für den Serienbau sind.
Fact: Auch ein Kernkraftwerk, das spät fertig wird, ist nützlich, denn es liefert sechs bis acht Jahrzehnte lang riesige Mengen an CO2-armem Strom. Den brauchen wir nicht nur, um den Klimawandel abzumildern, sondern auch, um mit Klimaanlagen seine Folgen zu lindern.

Kernkraft und Atomwaffen funktionieren beide durch die Spaltung von Atomkernen, haben aber sonst nichts gemeinsam. Auf dem Weg zur Bombe helfen Kernkraftwerke nicht weiter: Das für sie verwendete Uran ist zu schwach angereichert. Auch beim Erbrüten von Plutonium für Atomwaffen hilft der Standardtyp ziviler Reaktoren, der Leichtwasserreaktor, nicht weiter: Das darin erzeugte Plutonium ist ein Gemisch verschiedener Plutoniumsorten (Isotope), während für Bomben möglichst reines Pu-239 benötigt wird.
Einfacher kommen Staaten an waffentaugliches Material durch militärische Anlagen speziell für diesen Zweck. Kernkraftwerke sind dabei eher hinderlich: Wer die zivile Kernkraft nutzt, steht unter besonderer Beobachtung durch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) und greift auf internationale Zulieferer zurück, sodass Geheimhaltung erschwert wird.
Länder wie Nordkorea oder Israel zeigen, dass man die Bombe ganz ohne Kernkraftwerke bauen kann. Umgekehrt nutzen viele Länder zivile Kernkraft, ohne Atombomben zu besitzen, etwa Finnland, Japan oder Südkorea.
Fact: Konflikte um Ressourcen gehören zu den häufigsten Kriegsursachen. Da Kernenergie ein Land überreich mit Energie versorgen kann, fallen durch ihre Nutzung viele Konfliktgründe weg. So kann die Kernkraft sogar zum Frieden beitragen.

Die heute verbreiteten Reaktortypen können nur etwa 1 % des geförderten Natururans zu Strom machen. Anders die sogenannten schnellen Reaktoren, die mit schnellen, energiereichen Neutronen arbeiten: Sie können den größten Teil des geförderten Urans nutzen und brauchen daher viel weniger Brennstoff.
Uran kann man fast überall auf der Erde gewinnen. Die größten heute bekannten Vorkommen gibt es in Australien, Kasachstan und Kanada. Außerdem enthalten die Weltmeere riesige Mengen an Uran. Die zu gewinnen, ist zwar heute noch teurer als der übliche Uranbergbau; bei einer guten Brennstoffnutzung mit schnellen Reaktoren fallen die Urankosten aber nicht mehr ins Gewicht.
Fact: Das aus dem Meer entnommene Uran wird ständig dadurch ersetzt, dass Flüsse aus dem Gestein gelöstes Uran eintragen. Ein weiterer Kernbrennstoff ist Thorium. Dieses Element kommt in der Erdkruste sogar etwa dreimal häufiger vor als Uran. Nukleare Brennstoffe sind nach menschlichen Maßstäben daher unerschöpflich.

Der schnellste Weg zu günstiger, gesicherter und sauberer Stromerzeugung in großen Mengen bleibt die Wiederinbetriebnahme stillgelegter Kernkraftwerke, wie sie bereits in den USA, Taiwan und möglicherweise Belgien stattfindet. Eine neue Analyse der Radiant Energy Group zeigt: Wird der Rückbau deutscher Reaktoren Anfang 2027 gestoppt, könnten schon Anfang der 2030er Jahre fünf Reaktoren wieder ans Netz gehen. Bis Mitte der 2030er Jahre könnten sogar bis zu 14 Reaktoren wieder Strom liefern und bei voller Auslastung knapp ein Drittel des deutschen Stromverbrauchs von 2025 decken. Zusätzlich stellen die Kernkraftwerke gesicherte Leistung bereit, die wegen der geplanten Abschaltung fossiler Kraftwerke zunehmend im Netz fehlt.
Die Reaktivierung von Kernkraftwerken ist deswegen so interessant, weil der größte Teil der Bauzeit und der Baukosten auf die Erschließung des Standorts und die Errichtung der Kraftwerksgebäude entfällt. Diese Infrastruktur bleibt nach einer Stilllegung noch lange erhalten, weil zuerst die Anlagentechnik rückgebaut wird. Aber selbst gesprengte Kühltürme können wieder errichtet werden.
Daher bleibt die Option einer Reaktivierung noch einige Jahre erhalten.
