Jeweils rund 90 Prozent der europäischen Kernreaktoren produzierten während der Hitzewellen 2026 selbst zu deren jeweiligen Höhepunkten wie vorgesehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der Nuklearia, die Drosselungen und Abschaltungen durch Hitze, hohe Wassertemperaturen und Niedrigwasser berücksichtigt.
Die Einschränkungen konzentrierten sich auf eine begrenzte Zahl von Standorten. Ein Teil der Drosselungen dauerte nur wenige Stunden oder betraf nur einen Teil der Leistung.
Kernkraftwerke an Hitze und Niedrigwasser anpassbar
Je nach Standort helfen z. B. Nasskühltürme oder Trockenkühltürme oder daraus kombinierte Hybridkühltürme wie im Kernkraftwerk Neckarwestheim sowie wasserbauliche Maßnahmen.
Deutsche Kernkraftwerke hätten weiterproduziert
»Die große Mehrheit der deutschen Kernkraftwerke wäre auch für die aktuelle Hitze und Dürre gut gerüstet gewesen. Brokdorf, Krümmel und Unterweser liegen an tidebeeinflussten Gewässern. Isar 2 verfügt über einen Kühlturm und einen Stausee. Emsland und Neckarwestheim hatten ebenfalls Kühltürme und lagen an regulierten Flussabschnitten. Philippsburg 2 am Rhein war auf extremes Niedrigwasser ausgelegt. Diese Standorte hätten auch unter den aktuellen Bedingungen zuverlässig Strom geliefert«, erklärt Dominic Wipplinger, Kerntechniker und Vorstandsmitglied der Nuklearia.
Weitere Hintergründe finden sich in einem aktuellen Artikel der Nuklearia zur Resilienz der Kernkraft unter Hitze und Dürre. Der bereits erschienene Beitrag über die Auswirkungen des Donau-Niedrigwassers auf die Kernkraftwerke Paks, Cernavodă und das weiterhin unbetroffene Kosloduj wurde um die aktuellen Entwicklungen ergänzt.