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Ungestörter CASTOR-Transport zeigt: Deutschland ist bereit für den Wiedereinstieg

Nuklearia begrüßt Transport von CASTOR-Behältern in das Zwischenlager Brokdorf

Bild: Deutsche Austeller auf der World Nuclear Exhibition, 2025, Paris

Polizeichef spricht von verändertem gesellschaftlichen Klima – Nuklearia fordert neue Debatte über Kernkraft, Reaktivierung und Brennstoffrecycling

Die Rückführung hochradioaktiver Reststoffe aus dem Recycling deutscher Brennelemente im Ausland ist abgeschlossen: Sieben CASTOR-Behälter mit Glaskokillen haben das Zwischenlager am Kernkraftwerk Brokdorf erreicht. Der Transport verlief ruhig und ungestört von Protesten, wie der NDR berichtete. Für die Nuklearia macht der reibungslose Ablauf deutlich: Organisierte Opposition von Kernkraftgegnern ist für den dringend gebotenen Wiedereinstieg in Deutschland kein relevantes Hindernis mehr.

»Brokdorf war jahrzehntelang ein Symbolort der Anti-Atom-Bewegung. Jetzt kommt ausgerechnet dort der letzte CASTOR-Transport reibungslos an, ohne dass es eine nennenswerte Mobilisierung zu Protesten gibt. Kernkraft ist gesellschaftlich wieder vermittelbar. Damit gibt es keine Ausrede für die Politik mehr, den Wiedereinstieg in die Kernkraft aufzuschieben«, sagt Nuklearia-Vorstandsmitglied David Gramatzki, der sich am Vortag des Transports am 17.06. selbst ein Bild von der Lage in Brokdorf machte. »Die Bevölkerung ist längst weiter als die Politik. Es ist an der Zeit, Legalisierung der Kernkraft, Reaktivierung stillgelegter Kraftwerke [1] und Wiederaufnahme des Brennstoffrecyclings auf die Tagesordnung zu setzen.«

Auch die Polizei konstatiert ein völlig verändertes Bild. Frank Matthiesen, für den Einsatz verantwortlicher Leiter der Polizeidirektion Itzehoe, erklärte gegenüber dem NDR zur entspannten Lage am Abend des Transports: »Ich glaube, dass sich insgesamt das gesellschaftliche Klima so verändert hat, dass es heute auch aus dem Grunde hier nicht zu Protesten gekommen ist.«

Umfragen bestätigen das. Eine YouGov/SINUS-Erhebung aus dem Frühjahr 2026 ergab, dass 53 Prozent der Befragten den deutschen Atomausstieg für falsch halten. Eine Verivox/Innofact-Umfrage aus dem Jahr 2025 kam auf 55 Prozent Zustimmung zu einem Wiedereinstieg in die Atomkraft.

Hintergründe zum CASTOR-Transport 

In den massiven Transport- und Lagerbehältern CASTOR HAW28M befinden sich keine Brennelemente, sondern in Glaskokillen langzeitstabil gebundene hochradioaktive Reststoffe, die bei der früheren Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente im Ausland angefallen sind. Verwertbare Kernbrennstoffe wurden dabei abgetrennt, die verbleibenden Reststoffe konzentriert und verglast. Damit werden nicht nur Ressourcen geschont, sondern auch die zu entsorgenden Abfallmengen erheblich reduziert. Die sieben nach Brokdorf verbrachten Behälter enthalten alles, was an hochradioaktiven Abfällen nach dem Recycling übrig bleibt von etwa 100 TWh klimaneutraler Stromproduktion – genug, um den Hamburger Strombedarf für ein Jahrzehnt zu decken. Damit veranschaulicht der Transport einen wesentlichen Umweltvorteil der Kernenergie: sehr viel sauberer Strom, vergleichsweise wenige, konzentrierte und damit technisch gut handhabbare Reststoffe, die der Endlagerung zugeführt werden können. Für die gibt es laut der Vorsitzenden der Geschäftsführung der zuständigen Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) gute Voraussetzungen: »Deutschland hat extrem gute geologische Formationen, um hochradioaktive Abfälle endzulagern: Die Schwierigkeit ist nicht, einen Standort zu finden, sondern wir haben die Qual der Wahl«, schätzte sie die Situation 2025 ein.

Nuklearia-Forderungen

Die Nuklearia fordert deshalb eine energiepolitische Debatte ohne Tabus. Dazu gehören die technische Prüfung einer Reaktivierung geeigneter deutscher Kernkraftwerke, der Wiedereinstieg in die Kernkraft und die Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen sowie ein beschleunigtes Verfahren zur Festlegung und Erschließung von Endlagern.

[1] Eine Übersicht über die reaktivierbaren Kernkraftwerke gibt ein Report der Radiant Energy Group. Eine Aktualisierung unter Beteiligung von Nuklearia-Mitgliedern ist in Arbeit und wird im April 2026 erscheinen.

Über die Nuklearia

Die Nuklearia ist ein gemeinnütziger, industrie- und parteiunabhängiger Verein. Sie setzt sich faktenbasiert für Kernkraft als Grundpfeiler einer sauberen und sicheren Energieversorgung ein. Das Ziel: Natur und Klima schützen, Wirtschaft und Wohlstand bewahren.

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