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Weltgipfel für Kernenergie verdeutlicht deutschen Sonderweg

Bild: Deutsche Austeller auf der World Nuclear Exhibition, 2025, Paris

Die Nuklearia unterstützt Aussagen vom Weltgipfel für Kernenergie in Paris und widerspricht Friedrich Merz und Carsten Schneider

Auf dem Weltgipfel für Kernenergie besprachen die teilnehmenden Staaten den Ausbau der Kernkraft.

»Die Teilnehmerstaaten beim Weltgipfel der Kernenergie repräsentieren den Großteil des weltweiten Energieverbrauchs und der weltweiten Wirtschaftsleistung. Deutschland befindet sich mit seinem gesetzlichen Verbot der nuklearen Stromerzeugung auf einem Sonderweg, der im Ausland nur noch auf Unverständnis stößt«, sagt Niels Harksen, Pressesprecher der Nuklearia.

Die Nuklearia fordert daher die Bundesregierung auf, die Nutzung der Kernenergie zur Stromerzeugung unverzüglich wieder zu erlauben, um Neubau und Reaktivierung von Kernkraftwerken möglich zu machen.

Der Ausstieg ist reversibel

Die Nuklearia widerspricht der Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), dass der Beschluss zum Ausstieg aus der Kernenergie zwar eine Fehlentscheidung, aber bedauerlicherweise irreversibel sei. Für einen Wiedereinstieg in die Kernenergie genügt von rechtlicher Seite her eine Änderung des Atomgesetzes. Von technischer Seite her bestätigen der Branchenverband KernD (Kerntechnik Deutschland) und Experten aus der Industrie weiterhin, dass Instandsetzung und Reaktivierung von deutschen Kernkraftwerken möglich sind. [1]

Der stellvertretende Vorsitzende der Nuklearia, Noah Jakob Rettberg, ordnet dazu ein: »Die Instandsetzung und Reaktivierung deutscher Kernkraftwerke ist die schnellste und wirtschaftlichste Möglichkeit für Deutschland, wieder in die Kernkraft einzusteigen. Dadurch wird das wertvolle Erfahrungswissen erhalten und die Industrie für den Neubau von Kraftwerken und die Entwicklung neuer Technologien vorbereitet.«

Wiedereinstieg zeitnah möglich

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) lehnte den Wiedereinstieg in die Kernenergie im rbb-Interview vom 10.03. ab. Niels Harksen kritisiert: »Bundesumweltminister Carsten Schneider begründet seine Ablehnung der Kernenergie mit verzerrten Darstellungen der Realität. Er gibt als Vorlaufzeit für die Fertigstellung von Kernkraftwerksprojekten 20-30 Jahre an. In dieser Zeitspanne hat Deutschland einst seine Nuklearindustrie aufgebaut und eigene Reaktortypen entwickelt und gebaut. Heute können wir dagegen auf Jahrzehnte an Erfahrung und fertige Kraftwerksdesigns zurückgreifen. Die Reaktivierung bestehender Kernkraftwerke ist sogar in 5-10 Jahren möglich. Es ist bedauerlich, dass gerade der deutsche Umweltminister gegen die wohl umweltfreundlichste Energietechnologie kämpft.«

Die Endlagerung ist schon gezahlt

Schneider kritisiert außerdem die Kosten der Endlagerung von radioaktivem Abfall. Nuklearia-Referent für nukleare Entsorgung Daniel Brand hält das für unbegründet: »Die Kosten für die Endlagerung werden aus dem Endlagerfonds Kenfo bezahlt, der aus den Einzahlungen der Kernkraftwerksbetreiber gebildet wurde. Mit einem Vermögen von rund 24 Milliarden Euro ist der Fonds bei einem effektiv organisierten Such- und Bauprozess völlig ausreichend, wie Kosten und Fortschritt des fertiggestellten finnischen Endlagers Onkalo zeigen.«

[1] Eine Übersicht über die reaktivierbaren Kernkraftwerke gibt ein Report der Radiant Energy Group. Eine Aktualisierung unter Beteiligung von Nuklearia-Mitgliedern ist in Arbeit und wird im April 2026 erscheinen.

Über die Nuklearia

Die Nuklearia ist ein gemeinnütziger, industrie- und parteiunabhängiger Verein. Sie setzt sich faktenbasiert für Kernkraft als Grundpfeiler einer sauberen und sicheren Energieversorgung ein. Das Ziel: Natur und Klima schützen, Wirtschaft und Wohlstand bewahren.

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