Sternmetalle

Mein in Entwicklung befindlicher utopischer Roman “Curiepolis” erzählt die Geschichte des titelgebenden Zukunftsstaates, eine Republik der Genies, die auf künstlichen Plattformen im Westpazifik errichtet wird, und davon ausgehend die Geschichte der terragenen Intelligenz im Universum bis in fernste kosmologische Zukunft — denn anders als in der “Gelehrtenrepublik” von Arno Schmidt, die eine wichtige Inspirationsquelle für mich ist, gehen die Curiepolitaner nicht an ihren eigenen Schwächen und der Spaltung in zwei verfeindete Lager zugrunde, sondern sind in ihren Absichten geeint! Doch sie kümmern sich nicht nur um sich selber, sondern helfen auch anderen Menschen. Der folgende Text ist ein Auszug aus dem Roman.
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Kohlendioxid

Dieser Beitrag ist eine modifizierte Fassung eines Artikels auf meinem Blog “Straßen aus Protactinium”.

Kristallstruktur von gefrorenem Kohlendioxid (Quelle: Wikipedia)

Immer wieder entstehen Diskussionen um fossile Kohlenwasserstoffe als Energiequelle, vor allem darum, ob ihre Nutzung einen Einfluss auf das Erdklima hat. Es ist bemerkenswert, dass so gut wie alle, die dies bejahen, von vorwiegend negativen Effekten ausgehen: Der Meeresspiegel könnte steigen, Hitze- und Dürrewellen zuschlagen, Taifune stärker und häufiger auftreten. Kaum jemand, der den anthropogenen Klimawandel als real ansieht, nimmt an, dass die Folgen auch positiv sein könnten: Es wäre beispielsweise denkbar, dass dann auch arktische und subarktische Gebiete in Kanada und Russland für die Landwirtschaft nutzbar werden, zum einen wegen wärmerer Temperaturen und stärkerer Niederschläge, zum anderen da Pflanzen nachweislich besser wachsen, wenn sie mehr Kohlendioxid zur Verfügung gestellt bekommen. Gärtner fluten Gewächshäuser zuweilen mit Kohlendioxid, um ihre Ernteerträge zu steigern.

Ich sehe die Diskussion um den anthropogenen Klimawandel als bestenfalls akademisch an. Ob es ihn gibt oder nicht ist für das zukünftige Fortschreiten der Menschheit irrelevant. Das möchte ich nun begründen.
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Maschinen der Freiheit – Vortrag zum Download

titelbild

Am 10. März habe ich bei der Nuklearia-Regionalgruppe Franken in Erlangen meinen Vortrag »Maschinen der Freiheit – der Integral Fast Reactor und die Zukunft der Kernenergie« gehalten.
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Klimaschutz für Michel mit MAXATOMSTROM

Das moderne Bild von uns Deutschen pendelt zwischen “kaltes gefühlloses Arbeitswesen” und “ängstlich und modernitätsfeindlich”. Momentan überwiegt letzteres. Gerade im Zusammenhang mit dem ausgeprägten Ökologismus in Deutschland, der panischen Angst vor Kernkraft und Gentechnik, ist der Begriff “German Angst” zur stehenden Redewendung geworden.

Doch dieses Bild ist ein Produkt der Gegenwart. In vergangenen Jahrhunderten galten die Deutschen eher als gemütliche, hedonistisch veranlagte Gesellen, was sich im Bild des “Deutschen Michel” mit Schlafmütze und Bierkrug niederschlug.
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Buchrezension: “Thorium – Energy Cheaper than Coal” von Robert Hargraves

Flüssiges FLiBe-Salz
Wikipedia – Public Domain.

“Du hast sicher einen Computer zuhause! Die fügen den Jugendlichen heutzutage viel Schaden zu!” knurrte der Erdkundelehrer, um seinem Unmut über die Tatsache, dass ich die Hausaufgaben nicht gemacht hatte, Ausdruck zu verleihen. Die Lehrer des Gymnasiums, auf dem ich Mitte der 1990er Jahre die Schulbank drückte, schienen sich den Anbruch des digitalen Zeitalters mehrheitlich so vorzustellen, dass demnächst dies hier ans Schultor klopfen würde.

Der ungewöhnlich mürrische Erdkundelehrer, den wir in der achten Klasse bekommen hatten, und selten versäumte, darauf hinzuweisen, wie ungewöhnlich verkommen, ungebildet und kulturlos Jugendliche der modernen Ära seien, hatte mit dem ersten Teil seiner Aussage recht: Schon zu meinem neunten Geburtstag hatte mich ein Atari 1040 STF begrüßt, den ich sofort ins Herz geschlossen hatte. Mitte der 90er war dieser Computer bereits ein Oldtimer, jedoch wie eh und je dazu geeignet, meiner BASIC-Programmierleidenschaft Vorschub zu leisten und Hausaufgaben unter die mentale Wahrnehmungsgrenze rutschen zu lassen.
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Zentral, dezentral, egal? Lokalisierte und verteilte Energieversorgung

Highway 401 in Toronto bei Nacht, Quelle Wikipedia – CC-BY 2.0.

Energieflussdichtenvisualisierung: Wohngebiete kühlblau bei zehn, zwanzig, fünfzig Watt pro Quadratmeter. Transportnetze, Straßen, Bahnhöfe, stilleilige Maglevmodule in Röhren, Flughäfen: Tausend, zweitausend, zehntausend Watt pro Quadratmeter. Industriewerke, Stahlküchen, Walzwerke, kristallhelle Plasmabögen, Rohre und kühlstille Tanks turmhoch in der Nacht voller Synfuel, kosmisch heiße Laser, Pulvermetallurgie, Roboter – insektoide Titanen in menschenleeren Fabriken: hundert fünfhundert tausend Kilowatt, und höher hinauf: multimegawattlodernder Maschinenfeueratem zersetzt die Materie und fügt sie neu, zu Flugzeugen, Raumschiffen, Lokomotiven, Computern, Schreibtischlampen, Marmeladengläsern. Die Entropie flüchtet tief in den interstellaren Raum, Carmen und Alexa haben sie fortgetanzt.
— Fabian Herrmann: “Projekt Kardaschow”
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Über den Wolken

Überschall-Verkehrsflugzeug Concorde (via Wikipedia)

Anfang der 1980er Jahre fragte ein kleiner Junge in der Transitlounge des New Yorker Kennedy-Airports seine Mutter, wo denn bei den Flugzeugen, die die Nachtbeleuchtung des Rollfelds in fremdartige kolossale Märchenfiguren verwandelte, vorne und hinten sei?
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Die Bundeskernenergiebehörde

Kühltürme des Kernkraftwerks Watts Bar der Tennessee Valley Authority. Es ist bemerkenswert, dass die nach eigenem Verständnis rein kapitalistischen USA einige ihrer größten Erfolge mittels sozialistischer Organisationsformen erzielten. Bildquelle: Wikipedia – CC-BY 2.0.

When contemplating an entirely new energy structure not only for the United States but for the entire world, it would be foolish beyond measure to discard the possibility of publicly owned and operated systems. Indeed, there are almost irresistibly compelling reasons to consider public ownership as being far preferable to private ownership, not the least of which is the fact that the energy revolution proposed herein is based primarily on nuclear power.
Tom Blees: “Prescription for the Planet”, Chapter 9: “Cui Bono?”

Im Mai 2014 unternahmen die drei deutschen Energiekonzerne (E.on, RWE und EnBW) einen Vorstoß bezüglich der Übernahme ihrer Kernkraftwerke durch eine öffentlich-rechtliche Stiftung.
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Der gesunde Menschenverstand

Ich speiste in einem linken Kulturzentrum zu Mittag. Manche werden sich fragen: Wie zum Geier passt ein Nukleide in ein linkes Kulturzentrum, in dem sogar auf der Klotür Antiatomaufkleber zu finden sind und regelmäßig Greenpeace-Filmabende stattfinden?! Ihr kennt mich nun schon ein wenig, und wisst daher, dass ich durchaus ein langhaariger Gerechtigkeitskämpfer bin, allerdings notabene ein technikpositiver Gerechtigkeitskämpfer.
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