Belgische Rissreaktoren: Wie sicher sind Tihange 2 und Doel 3?

Wer fundierte Antworten will, muss sich mit der Technik befassen

Von Dr. Anna Veronika Wendland

Bürgerpetitionen beschwören ein neues Tschernobyl, die Bundesumweltministerin macht Druck auf die belgischen Behörden, Städte im Aachener Raum wollen vor das belgische Verwaltungsgericht ziehen, die deutschen Medien berichten, nicht ohne nationalistische Untertöne, von »maroden Reaktoren«, die Grünen reden gleich von »Schrott«. Aber was ist wirklich los in den Kernkraftwerksblöcken Tihange 2 und Doel 3? Der aufgeschreckte Bürger stellt sich Reaktoren vor, aus denen das Kühlmittel durch »Risse« leckt, denen aber von einer unverantwortlichen Atomaufsicht trotzdem die Anfahrgenehmigung erteilt wurde. Mehrere Störungen im nichtnuklearen Bereich der Anlagen verunsichern die Menschen noch mehr. Doch was ist wirklich dran an den »Rissen« in Tihange und Doel? Wir plädieren für eine Rückkehr zur sachlichen Auseinandersetzung und gegen die Angstmache durch schlampige Begrifflichkeiten. Dafür benötigt man einen kleinen Einblick in die Fakten rund um die umstrittenen Reaktoren. Weiterlesen