Der gesunde Menschenverstand

Ich speiste in einem linken Kulturzentrum zu Mittag. Manche werden sich fragen: Wie zum Geier passt ein Nukleide in ein linkes Kulturzentrum, in dem sogar auf der Klotür Antiatomaufkleber zu finden sind und regelmäßig Greenpeace-Filmabende stattfinden?! Ihr kennt mich nun schon ein wenig, und wisst daher, dass ich durchaus ein langhaariger Gerechtigkeitskämpfer bin, allerdings notabene ein technikpositiver Gerechtigkeitskämpfer.
Weiterlesen

Piraten 2.0 für Flüssigsalzreaktorforschung!

…und das Piratenschiff versank leise blubbernd in den kalten schwarzen Fluten des Unterfünfprozent-Ozeans…

JEAN_LOUIS

Ich werde an dieser Stelle nicht untersuchen, weshalb die einstigen Hoffnungsträger abgestürzt sind, denn dieser Aufgabe haben sich hunderte anderer Blogs gewidmed, alle mit mehr oder weniger demselben Ergebnis: Eine unkoordinierte unreife Truppe, die sich vorwiegend mit sich selbst beschäftigt.

Doch dum spiro spero, noch ist nicht aller Tage Abend und was dazugehört! Wer sagt, dass sich nicht der Phönix aus der Asche erheben kann, vielleicht in Form von “Piraten 2.0”?!
Weiterlesen

Pro-Atom-Knigge

“Ich habe bemerkt”, sagte Herr K., “dass wir viele abschrecken von unserer Lehre dadurch, dass wir auf alles eine Antwort wissen. Könnten wir nicht im Interesse der Propaganda eine Liste der Fragen aufstellen, die uns ganz ungelöst erscheinen?”
–Bert Brecht

 

In diesem Artikel möchte ich auf einige Unarten hinweisen, die meiner Beobachtung nach unter Pro-Atom-Aktivisten recht verbreitet sind – nicht allein deshalb, weil sie stören und mir schlechter Stil zu sein scheinen, sondern auch, weil sie uns in ein schlechtes Licht rücken und unglaubwürdig erscheinen lassen.
Weiterlesen

Erwiderung auf David Biello

Auf der Blogseite von Scientific American diskutiert David Biello den Film Pandora’s Promise.

Er versucht, sich dem Thema ausgewogen zu nähern, und dies gelingt ihm auch weitgehend. Einige Punkte in dem Artikel bedürfen meines Erachtens nach jedoch der Richtigstellung.
Weiterlesen

10 coole Fakten zum Atommüll

Von Things Worse Than Nuclear Power (Übersetzung: Rainer Klute)

  1. Wie der Größenunterschied zwischen Mensch und Mond: die Energiedichten von chemischen und Kernbrennstoffen

    Atommüll aus gebrauchten Brennelementen enthält noch 95% seiner Energie. Wenn wir die nicht nutzen, ist das, wie wenn man von einem Liter Limo ein paar Esslöffel nimmt und den Rest wegkippt.

  2. Die Energiedichte von Kernbrennstoff ist rund 2.000.000 Mal höher als die von Kohle, Öl oder Biomasse. Das heißt: die Menge an Atommüll ist superklein im Vergleich zu der superriesigen Menge an freigesetzter Energie. 2.000.000 Mal – das ist dasselbe Verhältnis wie zwischen dem Durchmesser des Mondes und der Größe eines Erwachsenen.
  3. Atommüll kann recycelt werden. Während des Recyclens produziert er Energie, statt welche zu verbrauchen. Bill Gates steht hinter einem Unternehmen, das genau dies auf eine neue Art und Weise tun will.
  4. Der Integral Fast Reactor (IFR)

    Durch das Recyclen wird die radioaktive Lebensdauer der Abfälle auf rund 300 Jahre verkürzt. Dies (Punkt 3 und 4) ist mit Hilfe Schneller Reaktoren möglich – nachgewiesen in über 400 Reaktorjahren Betriebserfahrung.

  5. Es ist wirklich cool, dass alle radioaktive Elemente mit der Zeit zerfallen – und je radioaktiver sie sind, desto schneller geht das. Einige Elemente zerfallen in wenigen Sekunden. Als Faustregel gilt, dass die Elemente nach dem Zehnfachen ihrer Halbwertszeit effektiv verschwunden sind.
  6. Mit einem Geigerzähler kannst du deine Radioaktivität messen. Ja, deine, denn du bist radioaktiv!

    Man kann sogar ein einzelnes Atom radioaktiven Materials erkennen. So leicht und mit solch hoher Genauigkeit geht das mit anderen Schadstoffen nicht, obwohl sie noch gefährlicher sind, z.B. Quecksilber, Blei, Stickoxide oder Schwefeldioxid. Weltweit setzen mit fossilen Brennstoffen befeuerte Kraftwerke jede Minute erhebliche Mengen dieser gefährlichen Schadstoffe frei. Und die zerfallen nicht mit der Zeit. Viel schlimmer: Metalle wie Quecksilber reichern sich im Körper an.

  7. Spaltprodukte retten Leben. Viele wichtige medizinische Isotope – zum Beispiel für Krebsdiagnostik und -therapie – lassen sich nur durch Bestrahlung in Kernreaktoren herstellen. Cäsium-137, ein Spaltprodukt, kann Blut in Blutbanken schützen und das Leben von Babys und an Immunschwäche Leidenden retten. Dies nur als ein einziges Beispiel, wie sich Spaltprodukte aus Kernreaktoren nutzen lassen.
  8. Transportbehälter wie der CASTOR zählen zu den widerstandsfähigsten Strukturen, die je von Menschen gemacht wurden. Sie können Stürze aus großer Höhe, Flugzeugabstürze oder Explosionen überstehen.
  9. Medizinische Isotope werden in Kernreaktoren produziert.

    In der Geschichte der kommerziellen Kernkraftnutzung gibt es keinen einzigen bekannten Fall, in dem gebrauchter Kernbrennstoff gestohlen wurde. Er besteht aus viel zu vielen verschiedenen Substanzen und ist in der Handhabung zu problematisch für jemanden, der Böses im Schilde führt.

  10. Selbst wenn man die schlimmsten Unfälle in kerntechnischen Anlagen mitzählt, schneidet Kernenergie in puncto Sicherheit unter allen Energiearten am besten ab und hat die wenigsten Todesfälle pro erzeugtem Terawattjahr – vor jeder anderen Art der Energieerzeugung einschließlich Windkraft, Photovoltaik, Erdgas und Kohle. In der gesamten Geschichte der Kernkraftnutzung in den USA ist kein einziger Mensch ums Leben gekommen, weil er der Strahlung aus Atommüll ausgesetzt gewesen wäre.

Also: Haben wir es wirklich mit »Abfall« zu tun? Oder ist das nicht eher gebrauchter Brennstoff mit einer Menge Mehrwert für unsere Gesellschaft?

Diesen Beitrag findet ihr im englischsprachigen Original unter 10 Cool things about Nuclear Waste von Things Worse Than Nuclear Power.

Arbeitsplätze

In seiner Antwort “Pandora’s Revenge” auf das von Kernkraftgegnern gegen den Film “Pandora’s Promise” verfasste Dokument “Pandora’s False Promises” schreibt Nick Touran:

The fact that renewables can employ more people is not necessarily a good thing. For instance, in the 16th century, 75% of people worked in agriculture. So should we go back to that? Since nuclear is so energy dense, you can get lots of energy with a small footprint, leaving more people to solve other problems of the world. In 2011, renewables and nuclear generated the same amount of electricity in Germany [10], so apparently 30,000 people accomplished the same things as 380,000. I understand jobs are a big deal in this economy, but this isn’t really a very good point.
Weiterlesen

Frei nach Wolfgang Borchert: Dann gibt es nur eins!

Du. Mann an der Maschine und Frau in der Werkstatt. Wenn sie euch morgen befehlen, ihr sollt keine Wasserrohre und keine Kochtöpfe mehr machen – sondern Pipelines für Erd- oder Schiefergas, dann gibt es nur eins:

Sagt NEIN!
Weiterlesen

Die Antientrope Internationale

 

“…we need a new global movement of nuclear support”, schreiben die australischen Wissenschaftler Barry Brook und Tom Wigley.
Weiterlesen

Challenge für Kernkraftgegner: Löst das Problem der Entropie!

“Aber ihr müsst das Problem des Atommülls auch ganz sicher lösen!”

Dies ist eine geläufige Aussage von Kernkraftgegnern. Wenn sie von unseren Projekten, fortgeschrittenen Brennstoffzyklen mit komplettem Aktinidenrecycling und Reaktoren der IV. Generation hören, wird, sofern das Gespräch, hust hust, in höflichem und zivilisiertem Rahmen bleibt, über kurz oder lang mit großem Nachdruck eine Lösung des Problems der nuklearen Abfälle eingefordert.
Weiterlesen

Die Entropiewende – #JedenTagEinAntrag #PA260

Auf Jan Kastners Blog las ich gestern abend von der von @schwarzblond initiierten Aktion #JedenTagEinAntrag, im Rahmen derer die Anträge für den baldigen Bundesparteitag der Piratenpartei auf verschiedenen Blogs diskutiert werden sollen.

Ich entschloss mich, den Antrag PA260 zu besprechen, denn dieser hatte meine Aufmerksamkeit erregt.
Weiterlesen

“Warum gibt es das noch nicht?” – Geschwindigkeit technologischen Fortschritts

“Wenn das IFR-Projekt erfolgreich zuende geführt wurde, warum haben wir dann noch keine weltweite IFR-Energieversorgung?”
Weiterlesen

Die Ästhetik der Minderheit

“It is clear that majorities, like general councils, may err, and in fact have erred. […] It might be suggested that men could be given political wisdom by a suitable training. But the question would arise: what is suitable training? And this would turn out to be a party question. The problem of finding a collection of ‘wise’ men and leaving the government to them is thus an insoluble one. That is the ultimate reason for democracy.”

–Bertrand Russell: History of Western Philosophy
Weiterlesen

Das Zeitalter des klaren Himmels

Nebelmorgen in einer nördlichen Hafenstadt. In einem Antiquariat hatte ich mir eine alte Ausgabe der “Buddenbrooks” gekauft, mit herrlichem weichem leicht modrig duftendem Papier. Es war einer dieser Tage, an denen man das Meer nur durch den allgegenwärtigen Duft von salziger Nässe bemerkt. Die Gasse, die zur Mole hinunterführt, versank in weißgrauem Nichts. Das Kopfsteinpflaster schimmerte vor Feuchtigkeit. Ich befühlte das Buch nochmal mit den Fingern, und legte es dann in meine Tasche, in der bereits Baguettebrot, ein Glas eingemachter Schafskäse, mit Ingwer aromatisiertes Kaffeepulver und ein alter Messingwecker lagen.
Weiterlesen

Energie-Sozialdemokratie: Das Weltwerk (Buchrezension: Prescription for the Planet – Teil 1)

Wisst ihr noch: Deutsche Bundesbahn. Deutsche Bundespost. Lufthansa. Hust hust das Arbeitsamt hust hust…

Manche Leute sind überrascht, wenn sie erfahren, was noch vor wenigen Jahren alles in der Hand des Staates war.
Weiterlesen