10 coole Fakten zum Atommüll

Von Things Worse Than Nuclear Power (Übersetzung: Rainer Klute)

  1. Wie der Größenunterschied zwischen Mensch und Mond: die Energiedichten von chemischen und Kernbrennstoffen

    Atommüll aus gebrauchten Brennelementen enthält noch 95% seiner Energie. Wenn wir die nicht nutzen, ist das, wie wenn man von einem Liter Limo ein paar Esslöffel nimmt und den Rest wegkippt.

  2. Die Energiedichte von Kernbrennstoff ist rund 2.000.000 Mal höher als die von Kohle, Öl oder Biomasse. Das heißt: die Menge an Atommüll ist superklein im Vergleich zu der superriesigen Menge an freigesetzter Energie. 2.000.000 Mal – das ist dasselbe Verhältnis wie zwischen dem Durchmesser des Mondes und der Größe eines Erwachsenen.
  3. Atommüll kann recycelt werden. Während des Recyclens produziert er Energie, statt welche zu verbrauchen. Bill Gates steht hinter einem Unternehmen, das genau dies auf eine neue Art und Weise tun will.
  4. Der Integral Fast Reactor (IFR)

    Durch das Recyclen wird die radioaktive Lebensdauer der Abfälle auf rund 300 Jahre verkürzt. Dies (Punkt 3 und 4) ist mit Hilfe Schneller Reaktoren möglich – nachgewiesen in über 400 Reaktorjahren Betriebserfahrung.

  5. Es ist wirklich cool, dass alle radioaktive Elemente mit der Zeit zerfallen – und je radioaktiver sie sind, desto schneller geht das. Einige Elemente zerfallen in wenigen Sekunden. Als Faustregel gilt, dass die Elemente nach dem Zehnfachen ihrer Halbwertszeit effektiv verschwunden sind.
  6. Mit einem Geigerzähler kannst du deine Radioaktivität messen. Ja, deine, denn du bist radioaktiv!

    Man kann sogar ein einzelnes Atom radioaktiven Materials erkennen. So leicht und mit solch hoher Genauigkeit geht das mit anderen Schadstoffen nicht, obwohl sie noch gefährlicher sind, z.B. Quecksilber, Blei, Stickoxide oder Schwefeldioxid. Weltweit setzen mit fossilen Brennstoffen befeuerte Kraftwerke jede Minute erhebliche Mengen dieser gefährlichen Schadstoffe frei. Und die zerfallen nicht mit der Zeit. Viel schlimmer: Metalle wie Quecksilber reichern sich im Körper an.

  7. Spaltprodukte retten Leben. Viele wichtige medizinische Isotope – zum Beispiel für Krebsdiagnostik und -therapie – lassen sich nur durch Bestrahlung in Kernreaktoren herstellen. Cäsium-137, ein Spaltprodukt, kann Blut in Blutbanken schützen und das Leben von Babys und an Immunschwäche Leidenden retten. Dies nur als ein einziges Beispiel, wie sich Spaltprodukte aus Kernreaktoren nutzen lassen.
  8. Transportbehälter wie der CASTOR zählen zu den widerstandsfähigsten Strukturen, die je von Menschen gemacht wurden. Sie können Stürze aus großer Höhe, Flugzeugabstürze oder Explosionen überstehen.
  9. Medizinische Isotope werden in Kernreaktoren produziert.

    In der Geschichte der kommerziellen Kernkraftnutzung gibt es keinen einzigen bekannten Fall, in dem gebrauchter Kernbrennstoff gestohlen wurde. Er besteht aus viel zu vielen verschiedenen Substanzen und ist in der Handhabung zu problematisch für jemanden, der Böses im Schilde führt.

  10. Selbst wenn man die schlimmsten Unfälle in kerntechnischen Anlagen mitzählt, schneidet Kernenergie in puncto Sicherheit unter allen Energiearten am besten ab und hat die wenigsten Todesfälle pro erzeugtem Terawattjahr – vor jeder anderen Art der Energieerzeugung einschließlich Windkraft, Photovoltaik, Erdgas und Kohle. In der gesamten Geschichte der Kernkraftnutzung in den USA ist kein einziger Mensch ums Leben gekommen, weil er der Strahlung aus Atommüll ausgesetzt gewesen wäre.

Also: Haben wir es wirklich mit »Abfall« zu tun? Oder ist das nicht eher gebrauchter Brennstoff mit einer Menge Mehrwert für unsere Gesellschaft?

Diesen Beitrag findet ihr im englischsprachigen Original unter 10 Cool things about Nuclear Waste von Things Worse Than Nuclear Power.

Arbeitsplätze

In seiner Antwort „Pandora’s Revenge“ auf das von Kernkraftgegnern gegen den Film „Pandora’s Promise“ verfasste Dokument „Pandora’s False Promises“ schreibt Nick Touran:

The fact that renewables can employ more people is not necessarily a good thing. For instance, in the 16th century, 75% of people worked in agriculture. So should we go back to that? Since nuclear is so energy dense, you can get lots of energy with a small footprint, leaving more people to solve other problems of the world. In 2011, renewables and nuclear generated the same amount of electricity in Germany [10], so apparently 30,000 people accomplished the same things as 380,000. I understand jobs are a big deal in this economy, but this isn’t really a very good point.
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Holz

Wie ihr wißt, schreibe ich hier gelegentlich (und auf Twitter häufig) über Kernenergie. Natürlich ist Kernenergie nicht die einzige Möglichkeit, Strom zu erzeugen. Über eine ganz spezielle Energieart soll es in diesem Beitrag gehen: Holz. Zu diesem Thema erschien im April der Artikel “Wood: The fuel of the future –Environmental lunacy in Europe” im Economist, auf den ich mich hier stütze, auf Deutsch zusammenfasse und sehr empfehle.

Holzverfeuerung – laut EU klimaneutral

Holz zählt in der Europäischen Union zu den erneuerbaren, CO2-armen und damit klimafreundlichen Energien und wird entsprechend gefördert. Das muß ich erklären, denn normalerweise käme ja niemand auf die Idee, Holz als CO2-arm zu bezeichnen. Der Gedanke, der dahintersteckt, ist dieser: Zwar werden beim Verbrennen von Holz große Mengen Kohlendioxid frei, aber wir pflanzen zum Ausgleich dafür Wälder an, und die neuen Bäume holen das CO2 wieder aus der Atmosphäre heraus und wandeln es in Holz um oder, wie es im offiziellen Sprachgebrauch heißt: in Biomasse.

Holz ist laut EU und laut erstem Anschein also CO2– und klimaneutral und deshalb förderungswürdig. Und weil 20 Prozent des in der EU produzierten Stroms bis 2020 aus erneuerbaren Quellen stammen müssen, spielt Holz eine wichtige Rolle und ist sehr willkommen. Denn mit Sonne, Wind und Wasser allein ist dieses Ziel nicht zu erreichen.

Mit Holz geht das auch sehr viel billiger als mit den klassischen Erneuerbaren. Denn während man für Windkraft teure, großflächige Windparks errichten und für Sonnenenergie teure, großflächige Photovoltaikanlagen installieren muß, kann man Holz einfach als Beimischung in normalen Kohlekraftwerken verfeuern. Co-Firing nennt man das. Und wenn Wind- und Solarfreunde bestreiten, daß die von ihnen benötigten Anlagen teuer sind (um den großen Flächenbedarf kommen sie nicht herum): Co-Firing ist allemal billiger, denn am Kraftwerk sind dazu nur geringe Modifikationen nötig. Aus Betreibersicht noch besser: Alte Kraftwerke, die aufgrund hoher Emissionen eigentlich ausgemustert werden müßten, dürfen mit »umweltfreundlicher« Holzfeuerung weiterlaufen. Anders als für Sonne und Wind braucht man für Holz auch keine Backup-Kapazitäten vorzuhalten, denn Holz kann man auch nachts und bei Windstille verfeuern.

Holz statt Kohle? Das bringt Kohle!

Bis 2011 spielte Holz als Brennstoff nur eine untergeordnete Rolle. Dann aber stellte RWE sein Kraftwerk Tilbury B in England komplett auf die Verfeuerung von Holzpellets um.

Kraftwerk Drax, North Yorkshire, England

Drax, eines der größten Kohlekraftwerke Europas, will drei seiner sechs Blöcke ebenfalls vollständig auf Holz umstellen. Und das rechnet sich: Drax wird ab 2016 jährlich 12,5 Terawattstunden (TWh) Elektrizität erzeugen und pro Megawattstunde (MWh) 45 britische Pfund (53,65 Euro) an Subventionen einstreichen. Nach Adam Riese macht das gut 560 Millionen Euro aus – zusätzlich zu den Erlösen aus den verkauften Strommengen. Zum Vergleich: Drax hatte für 2012 einen Vorsteuergewinn von umgerechnet 226 Millionen Euro ausgewiesen. Allein die Subventionen belaufen sich also auf mehr als das Doppelte!

Holzpellets

Europa kann den Holzbedarf der Kraftwerke nicht mehr decken. Die Kraftwerksbetreiber kaufen also nicht nur in Europa, sondern in aller Welt Holz auf. Das bekannte Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage läßt die Holzpreise kräftig in die Höhe schießen. Die holzverarbeitende Industrie wie Sägewerke, Papier- und Zellstoffproduzenten oder Möbelhersteller leiden unter erheblichem wirtschaftlichem Druck.

Gut für’s Klima? Ach wo!

Wenn das alles wenigstens gut wäre für Umwelt und Klima! Ist es aber nicht. Die Holzverfeuerung ist nämlich keineswegs klimaneutral.

Zum einen ist da das bei der Verbrennung freigesetzte Kohlendioxid. Gut, es soll durch verwaltete, nachwachsende Wälder wieder eingefangen werden. Doch selbst, wenn das wie geplant funktionieren sollte: Was nützt es uns heute? Gar nichts! Im Gegenteil: Heute verlieren wir Wälder, verlieren wir Sauerstoffproduzenten. Heute blasen wir CO2 in die Luft, heute beschleunigen wir den Klimawandel. Viel besser wäre es, Strom so zu gewinnen, daß das gar nicht erst passiert. Die drei CO2-ärmsten Optionen sind Windkraft, Wasserkraft und Kernkraft. Alle anderen verursachen deutlich höhere CO2-Emissionen – ja, auch Solarenergie. Und wenn wir uns auf stabile Energiequellen beschränken, die rund um die Uhr zuverlässig Strom liefern, bleiben ohnehin nur Wasserkraft und Kernkraft.

Zurück zum Holz und zur fehlenden Klimaneutralität: CO2-Emissionen entstehen nicht nur bei der Verfeuerung. Es kommen erhebliche Mengen hinzu, die freigesetzt werden beim Fällen der Bäume, beim Transport des Holzes über teilweise sehr weite Strecken und bei der durchaus aufwendigen Verarbeitung zu Pellets.

Insgesamt gesehen ist die ganze Sache nichts weiter als eine teure und schädliche klimapolitische Augenwischerei auf Kosten des Steuerzahlers und der Umwelt. Holzverfeuerung ist nicht klimaneutral, und die Subventionen behindern die Entwicklung wirklicher Lösungen.

Update: Studie zu Biomasse aus Australien (2013-06-23)

Passend zum obigen Beitrag sei auf einen Blogpost von Geoff Russel verwiesen, der weitere Aspekte ergänzt. Er analysiert eine Studie aus Australien, in dem der Australian Energy Market Operator (AEMO) das Szenario einer hundertprozentigen Energieversorgung aus Erneuerbaren Energien entwirft. Biomasse spielt dabei eine wesentliche Rolle. Das würde nicht nur zu Transporten von jährlich 50 Millionen Tonnen pflanzlichem Materials führen, sondern auch zu einem massiven Verlust an Mineralien, die dem Boden entzogen werden. Und: statt für jeweils 1,1 Terawattstunden Elektrizität 40.000 Lastwagen mit je 25 Tonnen Biomasse durch die Gegend fahren zu lassen, täten es auch 2 Tonnen Uranbrennstoff, für die ein Minivan reicht – ein kleiner.

Update: RWE schließt Kraftwerk Tilbury (2013-07-08)

RWE schließt sein Holzkraftwerk Tilbury Ende Oktober. Die Strompreise hätten sich nicht so entwickelt wie erhofft, und das Kraftwerk sei nicht rentabel zu betreiben. Auf die übrigen Biomasse-Projekte habe dies keine Auswirkung.

Pandoras Rache

Anfang des Jahres hatte ich über “Pandora’s Promise” (»Pandoras Versprechen«) geschrieben, die neue Pro-Kernenergie-Dokumentation von Filmemacher und Umweltschützer Robert Stone.

Der Film porträtiert eine Reihe von Umweltaktivisten und ehemaligen Kernkraftgegnern, die einen Umdenkprozeß hinter sich haben und heute in der Kernenergie die einzige wirksame Möglichkeit sehen, die Welt vor den Folgen des Klimawandels zu bewahren. “Pandora’s Promise” fordert den Zuschauer dazu auf, das kritisch zu hinterfragen, was er bislang über Kernenergie zu wissen meinte.

Klar, daß solch ein Film nicht nur auf Begeisterung stößt! Linda Pentz Gunter von der Antiatomgruppe BeyondNuclear veröffentlichte am 13. Mai ein 38-seitiges PDF-Dokument mit dem Titel “Pandora’s False Promises” (»Pandoras falsche Versprechungen«), in dem sie versucht, die Aussagen des Film zu widerlegen.

Eine Herausforderung für den promovierten Kernenergietechniker Dr. Nick Touran, der darauf mit dem Artikel “Pandora’s Revenge” (»Pandoras Rache«) antwortete. Sein Beitrag nimmt die von Linda Pentz Gunter vorgebrachten Argumente Punkt für Punkt auseinander. Besonders liegen Nick moderne Kernreaktoren, die sogenannten Schnellen Reaktoren, am Herzen. Sie können nicht nur langlebigen Atommüll aus herkömmlichen Reaktoren in kurzlebigen Abfall umwandeln, sondern dabei auch große Mengen klimafreundlichen Strom produzieren. “Pandora’s Promise” und seine Protagonisten sehen genau hier die Chance, dem Klimawandel zu begegnen – und Nick Touran natürlich auch. Er weiß, wovon er spricht, arbeitet er doch selbst bei einem Nuklear-Startup in Seattle, das solche fortschrittlichen Reaktoren entwirft.

Am besten setzt ihr euch selbst mal mit Argumenten und Gegenargumenten auseinander und macht euch ein Bild. Hier nochmal die Links:

Ist leider alles auf Englisch, denn vernünftiges deutschsprachiges Material gibt es ja aus Gründen kaum. Aber das ist ein anderes Thema.

Nuklearfreundliche Bevölkerung als wirtschaftlicher Standortfaktor

Gastbeitrag von Dr. med. Tim-Rasmus Kiehl


Foto: © Suzy Hobbs Baker, @popatomicstudio, http://www.popatomic.org/

Günstige Energie ist ein wichtiges Fundament für einen Wirtschaftsstandort. Sie hat einen breiten stimulierenden Effekt auf diverse Wirtschaftszweige, insbesondere auf solche mit hohem Energiebedarf. Eine Verteuerung von Energie kann zu einem Abwandern energielastiger Sektoren führen und hat generell einen bremsenden Einfluß auf das Wirtschaftswachstum. Weiterlesen

Atommüll selbst vernichten – oder doppelt und dreifach zahlen!

Zum gerade laufenden Bundesparteitag 2013.1 der Piratenpartei in Neumarkt hat die Nuklearia einen Antrag eingereicht, der für die Forschungsförderung in Sachen Transmutation plädiert. Mit Transmutation läßt sich Atommüll aus gebrauchten Brennelementen insofern unschädlich machen, als sie aus langlebigem Atommüll kurzlebigen macht und die nötige Lagerdauer von 300.000 Jahren auf 300 Jahre verkürzt. Außerdem werden große Menge Energie freigesetzt, die man zur Strom- und Kraftstoffproduktion nutzen kann – stabil und klimafreundlich.

Radiotoxizität: Wie gefährlich ist ein radioaktiver Stoff im Menschen?

Entscheidend für die Sache mit dem Atommüll ist die sogenannte Radiotoxizität: Sie sagt aus, wie gefährlich eine radioaktive Substanz ist, wenn sie in den menschlichen Körper gelangt. Die Abbildung zeigt, wie es mit der Radiotoxizität gebrauchter Brennelemente aussieht:

RadiotoxizitätDie blaue Linie zeigt die gesamte Radiotoxizität gebrauchter Brennelemente. Sie nimmt nur sehr langsam ab und hat erst nach rund 300.000 Jahren das Niveau von natürlichem Uranerz (violette Linie) erreicht.

Schuld an diesem langsamen Abklingen sind die Transurane (rote Linie). Das sind Plutonium, Americium, Curium und weitere Substanzen, die schwerer als Uran sind. Wie man sieht, machen sie den Löwenanteil der Radiotoxizität aus.

Die grüne Linie zeigt die Radiotoxizität der Spaltprodukte. Sie ist anfangs ebenfalls sehr hoch, klingt dann aber sehr viel schneller ab als die der Transurane. Bereits nach 300 Jahren ist sie auf dem Niveau natürlichen Uranerzes angekommen. Sie fällt weiterhin schnell ab, um nach 800 Jahren bei nur einem Prozent der Radiotoxizität von Uranerz anzukommen.

Transmutation spaltet die langlebigen Transurane und macht aus ihnen kurzlebige Spaltprodukte. Dadurch gilt nicht länger die rote Linie, sondern die grüne! Das verkürzt die Lagerdauer auf ein Tausendstel! Eine gute Sache also!

Deutschland ohne Transmutation – das wird teuer!

Nun gibt es allerdings Bedenkenträger, die sich damit gar nicht anfreunden können und am liebsten jede Art Kerntechnik von deutschem Boden verbannen möchten. Für unsere Bundesregierung ist die direkte Endlagerung des Atommülls alternativlos, und von der Opposition oder von sogenannten Umweltschützern kommen ebenfalls keine anderen Stimmen. Transmutationsforschung ist kein wirkliches Thema, auch wenn sich Deutschland am europäischen Forschungsprojekt Myrrha beteiligt. Schnelle Reaktoren, die ebenfalls Transurane spalten können, sind  für viele ohnehin ein Reizthema. Deutsche Politiker diskutieren nicht, ob wir ein Endlager »für die Ewigkeit« brauchen, sondern nur, wo es hin soll.

Aber was passiert, wenn Deutschland hier nichts tut uns passiv bleibt? Wenn Deutschland nichts erforscht und nichts entwickelt? Meiner Ansicht nach wird folgendes geschehen:

  • Erstens wird sich herausstellen, daß die heute favorisierte direkte Endlagerung nicht durchführbar ist. Denn niemand will das Zeug haben wollen: »Anderswo gerne, aber bitte nicht zu mir!«
  • Zweitens werden Unternehmen in anderen Ländern durchaus Transmutationsanlagen bauen, zum Beispiel Schnelle Reaktoren mit integrierter Brennelementwiederaufarbeitung – Reaktoren, die Atommüll als Brennstoff nutzen können. Rußland kommt einem da als erstes in den Sinn, weil die Russen sehr viel Erfahrung mit Schnellen Reaktoren haben und ohnehin ihre gesamte Kernkraftstrategie Ende 2012 auf Schnelle Reaktoren umgestellt haben.
  • Drittens wird Deutschland wohl oder übel seine gebrauchten Brennelemente in diese Länder exportieren müssen – Stichwort Atommüllexport. Denn mit dem Endlager klappt es ja nicht, und außerdem werden die Abnehmer den Atommüll nicht einfach verbuddeln, sondern schön brav und sauber in ihren Anlagen verwerten. Man darf also ein gutes gewissen haben. Eine solche Dienstleistung gibt’s natürlich nicht umsonst! Deutschland wird eine Menge Geld an die Entsorger abdrücken.
  • Viertens machen die Entsorger den Atommüll nicht einfach bloß unschädlich, sondern produzieren daraus klimafreundlichen Strom und klimafreundlichen Fahrzeugtreibstoff. Beides läßt sich prima gegen gutes Geld nach Deutschland verkaufen. So ist der Kreis geschlossen, so zahlen wir doppelt! Ach nein, wir zahlen dreifach, denn die Energiewende hat ja auch ihren Preis.

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